Flagge der Türkei (Foto: Jan Gruber).
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Ermittlungen gegen Anex-Chef Neşet Koçkar lösen Widersprüche aus

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Der Mitbegründer und Eigentümer der Anex Tourism Group, Neşet Koçkar, ist in der Türkei erneut in das Visier der Justizbehörden geraten. Nach Berichten türkischer Medien führten Einsatzkräfte im Rahmen einer von der Staatsanwaltschaft Serik in der Provinz Antalya koordinierten Aktion eine Razzia durch. Bei dem Einsatz wurden 35 Adressen sowie zwei Schiffe durchsucht.

Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 20 Personen aus der Wirtschaft sowie dem lokalen Verwaltungssektor und umfassen Vorwürfe in Zusammenhang mit dem Konsum sowie der Beschaffung von Rauschmitteln und der Vorbereitung von Prostitution. Neben Koçkar wurden weitere Personen aus der regionalen Tourismus- und Automobilbranche vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Die Unternehmensführung der Anex Tourism Group wies die Darstellungen über eine Festnahme umgehend zurück und bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet. Laut einer offiziellen Mitteilung des Konzerns habe der Firmenleitung lediglich eine Aufforderung zur Zeugenaussage vorgelegen. Koçkar habe diesen Behördentermin wahrgenommen und seine Aussage zu den untersuchten Vorgängen abgegeben. Aus Sicht des Reiseveranstalters ist das Verfahren gegen den Unternehmenschef damit bereits abgeschlossen, und Koçkar führt die Geschäfte des Konzerns ohne Einschränkungen weiter. Das Unternehmen betonte zudem, dass gegen die konzerneigene Hotelkette Selectum derzeit keine behördlichen Ermittlungen vorliegen.

Der Vorfall offenbart erhebliche Diskrepanzen zwischen den Darstellungen der türkischen Strafverfolgungsbehörden und der Unternehmenskommunikation. Unabhängige Beobachter verweisen auf die komplexe politische und rechtliche Lage im türkischen Justizsystem, dessen Unabhängigkeit von internationalen Organisationen wiederholt infrage gestellt wird. Für die Anex Tourism Group, zu der im deutschsprachigen Raum Traditionsmarken wie Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen gehören, bergen die wiederholten Ermittlungen gegen die Führungsebene operative und reputationsbezogene Risiken im europäischen Vertriebsmarkt.

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