Reisebus von Blaguss Slovakia (Foto: Robert Spohr).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Bustouristik verzeichnet höhere Umsätze bei rückläufigen Fahrgastzahlen

Werbung

Der deutsche Markt für Bus- und Gruppenreisen weist nach aktuellen Erhebungen des Internationalen Bustouristik Verbandes (RDA) auf Basis der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen ein nominales Umsatzwachstum auf.

Insgesamt spülten Busurlaubs- und Kurzreisen im Jahr 2025 rund 4,33 Milliarden Euro in die Kassen der Anbieter, während die Gäste am Zielort weitere 1,52 Milliarden Euro ausgaben. Die wirtschaftliche Erholung der Branche, die zu einem großen Teil von etwa 2.560 mittelständischen Familienbetrieben getragen wird, täuscht jedoch über rückläufige Volumina hinweg. Der Umsatzanstieg gegenüber dem Vorkrisenniveau von 2019 ist primär auf erhebliche Preissteigerungen zurückzuführen, während die reinen Passagierzahlen weiterhin deutlich hinter früheren Werten zurückbleiben.

So lag das Fahrgastaufkommen bei Busurlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer im Jahr 2025 bei 2,92 Millionen Fahrten, was einem Minus von knapp 22 Prozent im Vergleich zu 2019 entspricht. Bei den Kurzreisen fiel der Rückgang mit 36 Prozent auf 2,15 Millionen Reisen noch deutlicher aus. Parallel dazu stieg der Durchschnittspreis für eine längere Busreise auf 1.081 Euro an – eine Steigerung von rund 35 Prozent gegenüber 2019. Als Reaktion auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten und Reisepreise kürzen Verbraucher die Verweildauer: Die durchschnittliche Reisedauer sank innerhalb eines Jahres von 10,7 Tagen auf 9,5 Tage.

Die Demografie der Zielgruppe verdeutlicht zudem die soziale Komponente des Busreisesektors. Mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren und einem Anteil von über 50 Prozent an Fahrgästen ab 70 Jahren bedient die Branche vor allem ältere Menschen. Mehr als die Hälfte der Kunden verfügt über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von maximal 2.499 Euro und lebt in kleineren Orten mit oft unzureichendem Anschluss an den öffentlichen Schienen- und Flugverkehr. Der Verband betont daher die Bedeutung des Verkehrsmittels für die gesellschaftliche Teilhabe dieser Bevölkerungsgruppen.

Im Hinblick auf die Verpflichtungen zur Umstellung von Fahrzeugflotten warnt der Verband vor wirtschaftlichen Überforderungen für die überwiegend kleinbetrieblich geprägte Struktur. Neben fehlenden Ladeinfrastrukturen an Hotels und Reisezielen sowie Konflikten zwischen Ladezeiten und gesetzlichen Lenkzeiten verweist die Branche auf Anschaffungskosten für batterieelektrische Reisebusse, die fast das Doppelte konventioneller Modelle betragen. Der Verband fordert von der Politik daher die Zulassung alternativer Kraftstoffe wie HVO100 bei den Flottengrenzwerten. RDA-Präsident Benedikt Esser vertritt diese Positionen als Sachverständiger im Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung