Das Destinations-Netzwerk Austria (dna) hat auf seinem jährlichen Branchenkongress im Congress Loipersdorf Grundsatzfragen zur regionalen Steuerung des österreichischen Tourismus erörtert.
Im Zentrum der dreitägigen Tagung der Dachorganisation, die über 200 Mitgliedsverbände und rund 97 Prozent aller österreichischen Tourismusgemeinden repräsentiert, stand die Überführung der bundesweiten Tourismusstrategie „Vision T“ in konkrete regionale Konzepte. Das Leitbild des Bundes zielt darauf ab, den Tourismus als ganzjähriges Wirtschaftsfeld weiterzuentwickeln und den Fokus stärker auf die Wertschöpfung vor Ort zu richten.
Ein zentrales Vorhaben der Branchenvertretung ist eine für das Jahr 2027 angekündigte Erhebung zur regionalen Wertschöpfung. Mithilfe spezifischer Datenmodelle sollen Kennzahlen wie direkte und indirekte Lohnsummen, Bruttowertschöpfung sowie Beschäftigungseffekte für einzelne Regionen systematisch aufbereitet werden. Damit reagiert die Organisation auf den Bedarf nach präziseren Datengrundlagen, um die wirtschaftliche Bedeutung der Branche gegenüber der Bevölkerung und der Politik sachlicher darzustellen und die lokale Akzeptanz des Tourismus zu untersuchen.
Ergänzend setzt das Netzwerk verstärkt auf die Integration digitaler Steuerungsinstrumente und Künstlicher Intelligenz. Künftige Kennzahlensysteme sollen über klassische Übernachtungszahlen hinausgehen und Faktoren wie die Auslastung der Infrastruktur sowie die Lebensraumgestaltung einbeziehen. Dennoch stehen viele Tourismusverbände bei der praktischen Umsetzung vor organisatorischen und finanziellen Hürden. Die Transformation von reinen Marketingorganisationen hin zu umfassenden Managementeinheiten erfordert erhebliche personelle Ressourcen, die in kleineren Destinationen oft nur eingeschränkt vorhanden sind.