Ein mutmaßlicher Drohnenvorfall im litauischen Luftraum hat am Samstagmorgen, dem 3. Oktober 2026, zu einer vorübergehenden Schließung des Flughafens Vilnius geführt. Infolgedessen musste ein Flug der skandinavischen Fluggesellschaft SAS auf dem Weg von Kopenhagen in die litauische Hauptstadt kurz vor der Landung drehen und zum Ausgangsflughafen zurückkehren. Von der Sicherheitsmaßnahme und der damit verbundenen Umleitung waren insgesamt 39 Passagiere an Bord der Maschine betroffen.
Der Vorfall löste bei den örtlichen Behörden eine umfangreiche Sicherheitskette aus. Nach Berichten aus der Bevölkerung über ein unidentifiziertes Flugobjekt, das sich aus Richtung Weißrussland in Richtung der Stadt Jonava bewegte, stiegen Kampfflugzeuge der NATO zur Überprüfung auf. Zudem wurden Bewohner der betroffenen Region vorsorglich aufgerufen, Schutzräume aufzusuchen. Vilmantas Vitkauskas, Leiter des litauischen Krisenmanagementsystems, erklärte, dass sich das Objekt im Radarbereich mit einer Geschwindigkeit bewegte, die unter den typischen Werten für unbemannte Luftfahrzeuge lag, weshalb auch Witterungsanomalien oder Vogelschwärme als Ursache geprüft werden.
Der Sperrungszeitraum am Flughafen Vilnius dauerte weniger als eine Stunde, woraufhin der kontrollierte Luftraum kurz vor 10:00 Uhr wieder vollständig freigegeben werden konnte. Die Fluggesellschaft SAS leitete umgehend Betreuungsmaßnahmen für die gestrandeten Passagiere ein und prüfte alternative Routenführungen sowie Ersatzverbindungen, um die Reisenden an ihr Ziel zu befördern. Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie verstärkter Luftraumüberwachungsmaßnahmen im Baltikum entlang der NATO-Ostflanke.