An den internationalen Flughafenstandorten New York und Washington DC stehen umfangreiche Bauprojekte bevor. Während am John F. Kennedy International Airport das Großprojekt des neuen Terminal One im Entstehen begriffen ist, werden nun auch am benachbarten Newark Liberty International Airport sowie am Washington Dulles International Airport bedeutende Ausbaumaßnahmen umgesetzt.
Der Ausbau am Flughafen Newark wird notwendig, da das im Jahr 2023 eröffnete Terminal A bereits weit über der ursprünglich veranschlagten Belastungsgrenze betrieben wird. Die geplanten Kapazitätserweiterungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem das Passagieraufkommen aus ausgewählten europäischen Herkunftsländern, darunter Deutschland, merkliche Rückgänge verzeichnet.
Fehlplanung bei Fahrgastprognosen führt zu früher Erweiterung in Newark
Der Aufsichtsrat der Hafenbehörde Port Authority of New York and New Jersey hat Mittel in Höhe von 100 Millionen US-Dollar freigegeben, um zwei zusätzliche Gates auf der Südseite des Terminals A am Flughafen Newark zu errichten. Der Baubeginn für die 25.000 Quadratmeter große Anbaufläche ist für das kommende Jahr vorgesehen, während die Fertigstellung für das Jahr 2029 angestrebt wird. Das Terminal A war im Januar 2023 mit 33 Gates in Betrieb genommen worden und kostete in der Errichtung 2,7 Milliarden US-Dollar.
Die ursprünglichen Berechnungen gingen von einer maximalen Auslastung von bis zu 13 Millionen Passagieren pro Jahr aus. Tatsächlich fertigte die Einrichtung im Jahr 2024 bereits rund 18 Millionen Reisende ab. Neben den Mitteln für die Südseite bewilligte der Vorstand weitere zehn Millionen US-Dollar für die Vorplanung von sechs zusätzlichen Gates auf der Nordseite des Terminals. Diese nördliche Erweiterung soll vorbehaltlich der endgültigen Genehmigung in den Jahren 2030 bis 2032 schrittweise ans Netz gehen.
Über die Arbeiten an Terminal A hinaus sieht das Gesamtkonzept der Hafenbehörde längerfristige Eingriffe in die Bausubstanz des Flughafens vor. Dazu zählen der vollständige Ersatz von Terminal B sowie umfassende Erneuerungsarbeiten an Terminal C. Zudem befindet sich die Erneuerung des Zubringersystems AirTrain im Gesamtvolumen von 3,5 Milliarden US-Dollar in der Umsetzungsphase.
Zwei-Milliarden-Dollar-Modernisierung in Washington Dulles
Auch am Washington Dulles International Airport wurden im Sommer umfangreiche Ausbau- und Modernisierungsvorhaben eingeleitet. Die Betreibergesellschaft Metropolitan Washington Airports Authority hat gemeinsam mit dem US-Verkehrsministerium und dem Hauptnutzer United Airlines ein Investitionsprogramm angekündigt, das im Laufe der kommenden Dekade ein Finanzvolumen von mehr als 20 Milliarden US-Dollar umfassen soll. Das denkmalgeschützte Hauptterminal, das 1962 nach Entwürfen des Architekten Eero Saarinen fertiggestellt wurde, bleibt von den Abbrucharbeiten ausgenommen und soll in die neue Struktur integriert werden.
Bereits im Gange sind die Bauarbeiten im Bereich des Concourse E. Dort entstehen 14 neue Abflugpositionen für die Fluggesellschaft United Airlines, die über einen direkten Anschluss an das unterirdische Transitsystem AeroTrain verfügen werden. Das Gesamtprojekt umfasst den Austausch veralteter Abfertigungshallen, darunter die Interims-Concourses C und D, den Bau eines zentralen Fußgänger-Tunnels sowie die Errichtung moderner Gepäckförderanlagen und erweitertem Raum für Sicherheitskontrollen.
Umfangreiche Ausbaupläne am New Yorker Großflughafen JFK
Am John F. Kennedy International Airport laufen unterdessen die Arbeiten am neuen Terminal One. Die Eröffnung des international ausgerichteten Abfertigungsgebäudes ist phasenweise vorgesehen. Das Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 9,5 Milliarden US-Dollar soll schrittweise die alten Terminals 1, 2 und 3 ersetzen. Nach vollständiger Fertigstellung wird der Komplex über 23 Gates verfügen. Er bildet das Kernstück des insgesamt 19 Milliarden US-Dollar schweren Umbauprogramms des Flughafens.
Rückläufige Passagierzahlen aus Deutschland im Jahresverlauf 2026
Während an den Luftfahrtkreuzen der US-Ostküste beträchtliche Mittel in den Ausbau der Infrastruktur fließen, entwickeln sich die Passagierzahlen auf den Routen über den Nordatlantik gegenläufig. Nach amtlichen Erhebungen für den Zeitraum von Januar bis August 2026 ist die Zahl der Einreisen aus Deutschland in die USA im Vergleich zum selben Zeitraum des Jahres 2024 spürbar gesunken.
In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 wurden rund 310.000 weniger Ankünfte von Reisenden aus Deutschland registriert als im Vergleichszeitraum zwei Jahre zuvor. Dies entspricht einem Rückgang von 23,9 Prozent. Branchenkenner führen diesen Trend unter anderem auf veränderte wirtschaftliche Rahmendaten, gestiegene Gesamtreisekosten sowie Verschiebungen in den internationalen Rennstrecken zurück.