Die kanadische Fluggesellschaft Air Transat passt ihre Planungen für den nordamerikanischen Sommerflugplan 2027 an und weitet die saisonale Direktverbindung zwischen Toronto und dem Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zeitlich aus.
Wie aus den aktuellen Flugplandaten des Anbieters hervorgeht, beginnt die Flugperiode im Jahr 2027 bereits am 1. Mai und wird bis zum 28. Oktober aufrechterhalten. Damit verlängert die Fluggesellschaft das Zeitfenster, in dem die deutsche Hauptstadt direkt mit der kanadischen Metropole verbunden wird, um mehrere Wochen im Vergleich zu den Vorjahren. Während die Frequenz in den Spitzenmonaten des Sommers unverändert bei drei wöchentlichen Abflügen liegt, erhöht sich die Gesamtzahl der angebotenen Sitzplätze über die gesamte Saison hinweg spürbar.
Gestaffelte Flugfrequenzen und Betriebszeiten im Sommer 2027
Der Flugplan für das Jahr 2027 sieht eine schrittweise Anpassung der Abflugdichte vor. Zum Saisonstart am 1. Mai 2027 nimmt die Fluggesellschaft den Betrieb zunächst mit zwei wöchentlichen Umläufen auf. Mit dem Beginn der Hauptreisezeit erhöht Air Transat das Angebot ab dem 14. Juni 2027 auf drei wöchentliche Verbindungen. Diese Frequenz bleibt bis zum 2. Oktober 2027 bestehen, bevor das Angebot für die verbleibenden Wochen bis zum Saisonabschluss am 28. Oktober 2027 wieder auf zwei Flüge pro Woche reduziert wird.
In den verkehrsintensivsten Monaten Juni bis September entspricht das Frequenzniveau damit dem Angebot des Sommerhalbjahres 2026. In der Saison 2026 bediente die Fluggesellschaft die Strecke im Zeitraum vom 2. Juni bis zum 29. September jeweils an den Verkehrstagen Dienstag, Donnerstag und Sonntag ab Toronto. Die Gesamtsaison 2026 hatte nach Angaben der Berliner Flughafengesellschaft am 3. Mai begonnen. Durch die geplante Vorverlegung des Erstfluges auf den 1. Mai 2027 sowie die Ausdehnung des Flugbetriebs bis Ende Oktober reagiert der Beförderer auf eine anhaltende Nachfrage im Touristik- und Besuchsverkehr zwischen Deutschland und Kanada.
Entwicklung der Präsenz auf dem deutschen Luftverkehrsmarkt
Air Transat hatte die Flugverbindung zwischen Toronto und der deutschen Hauptstadt im Juni 2025 neu in ihr Streckennetz aufgenommen. Im ersten Betriebsjahr wurde die Route zunächst mit zwei wöchentlichen Frequenzen bedient. Die Bedienung der Strecke markierte für die kanadische Fluggesellschaft die Rückkehr auf den deutschen Markt nach einer mehrjährigen Unterbrechung. Ursprünglich war das Unternehmen bereits in früheren Jahrzehnten an verschiedenen deutschen Flughäfen vertreten, zog sich jedoch im Jahr 2009 aus Berlin zurück. Die letzten regulären Linienverbindungen nach Frankfurt am Main wurden im Jahr 2014 eingestellt.
Die Entscheidung, Berlin als einziges Ziel in Deutschland fest als saisonale Verbindung zu etablieren, wurde vom Management der Fluggesellschaft im Zuge des Markteintritts 2025 begründet. Cyril Cousin, Regionaldirektor von Air Transat für die Märkte Frankreich, Benelux, Deutschland und die Schweiz, verwies in diesem Zusammenhang auf die Marktstruktur in Berlin, die sich durch ein hohes Aufkommen an Privatreisenden und Städtetouristen auszeichnet. Andere deutsche Flughafenstandorte wie beispielsweise Düsseldorf wurden im Rahmen der Netzplanung nicht berücksichtigt, da dort eine intensivere Wettbewerbssituation mit etablierten Netzwerk-Fluggesellschaften bestehe.
Fluggeräteeinsatz und Einfluss von Flottenlieferungen
Auf der Interkontinentalstrecke zwischen Toronto und Berlin setzt Air Transat Flugzeuge vom Typ Airbus A321 LR (Long Range) ein. Dieses Schmalrumpfflugzeug unterscheidet sich in seinen Dimensionen und der Sitzplatzkapazität von traditionellen Weitrumpfflugzeugen, die üblicherweise auf Transatlantikrouten genutzt werden. Der Einsatz kleinerer Flugzeugmuster ermöglicht es Fluggesellschaften, auch Strecken mit moderaterem Passagieraufkommen wirtschaftlich im Direktflug zu bedienen, ohne auf Drehkreuzverbindungen angewiesen zu sein.
Eine weitergehende Ausweitung des Flugangebots oder die Erschließung zusätzlicher Ziele in Deutschland ist nach Unternehmensangaben eng an die Auslieferung neuer Flugzeugmuster gekoppelt. Die Fluggesellschaft erwartet die Ankunft der ersten Maschinen des Typs Airbus A321 XLR (Extra Long Range) für Anfang 2027. Urspünglich waren die Lieferungen dieses Modells bereits für Ende 2025 vorgesehen, verzögerten sich jedoch aufgrund herstellerseitiger Lieferkettenengpässe und veränderter Zertifizierungsabläufe. Nach Aussage der Unternehmensführung wird das Eintreffen der flächendeckend einsatzfähigen XLR-Muster die Voraussetzung dafür schaffen, Evaluierungen für mögliche neue Routen auf dem europäischen Kontinent abzuschließen.
Rahmenbedingungen für den Transatlantikverkehr am Flughafen BER
Für den Flughafen Berlin Brandenburg stellt die schrittweise Aufstockung der Flüge nach Toronto eine Stabilisierung seines überschaubaren Langstreckennetzes dar. Im Vergleich zu den zentralen deutschen Luftverkehrsdrehkreuzen Frankfurt und München ist das Angebot an Interkontinentalverbindungen ab der Hauptstadtregion weiterhin begrenzt. Neben den Verbindungen nach Nordamerika wird der Markt vor allem durch Flüge in Richtung des Nahen Ostens und Asiens geprägt.
Die Entwicklung im Reiseverkehr zwischen Deutschland und Nordamerika zeigt, dass die Nachfrage nach Direktverbindungen im Ferien- und Privatreisesektor stabil geblieben ist. Ob die verlängerte Saisonfrequenz im Sommer 2027 zu einer ganzjährigen Auslastung der Flugverbindung führen könnte, bleibt vorerst offen. Das Unternehmen behält den rein saisonalen Charakter der Route bei und konzentriert das Angebot auf die späten Frühjahrs-, Sommer- und Frühherbstmonate.