Der Intralogistikspezialist Jungheinrich hat das neu errichtete automatisierte Logistikzentrum am Flughafen Leipzig/Halle offiziell an den Flugzeugbauer Deutsche Aircraft übergeben.
Die Logistikanlage dient der direkten Materialversorgung der Fertigungslinien für das Turboprop-Regionalflugzeug D328 Eco. Technisch zeichnet sich der Standort durch die erstmalige Kombination zweier unterschiedlicher Automatisierungssysteme unter einer gemeinsamen Steuerung aus: Zum Einsatz kommen ein Kleinteile-Kompaktlager des Typs Power Cube sowie ein automatisiertes Schmalganglager für Paletten.
Die Anlage deckt mit dem Kompaktlager auf einer Grundfläche von rund 210 Quadratmetern mehr als 6.500 Behälterstellplätze auf 26 Ebenen ab. Das angeschlossene Schmalganglager bietet Kapazitäten für 624 Palettenplätze. Durch die direkte Verknüpfung beider Lagertypen sollen die Durchlaufzeiten für Bauteile und Verbrauchsmaterialien in der Montage gesenkt und manuelle Transporte weitgehend vermieden werden.
Die Inbetriebnahme erfolgt im Rahmen der Vorbereitung auf den Serienhochlauf am sächsischen Standort, an dem Ende September 2026 die neue Endmontagelinie eingeweiht wurde. Deutsche Aircraft sieht im Vollausbau eine jährliche Fertigungskapazität von bis zu 48 Flugzeugen des Typs D328 Eco vor. Für den Betrieb der Montagehallen und der Logistikinfrastruktur sind vor Ort zwischen 250 und 350 Arbeitsplätze eingeplant.
Luftfahrtbranchenanalysten verweisen darauf, dass die hochautomatisierte Materialbereitstellung ein kritischer Faktor ist, um die geplanten Taktzeiten bei der Endmontage einzuhalten. Baugruppen und Komponenten werden von Zulieferern und eigenen Werken nach Leipzig transportiert, weshalb eine fehlerfreie Lagerung und taktmessige Bereitstellung zur Vermeidung von Verzögerungen im Produktionsablauf unerlässlich bleibt.