Rumänien hat am 7. Oktober 2026 einen Vertrag über die Beschaffung von zwölf Mehrzweck-Militärhubschraubern des Typs Airbus H225M unterzeichnet. Wie der Hersteller Airbus Helicopters mitteilte, wurde das Abkommen über die französische Rüstungsbeschaffungsbehörde Direction générale de l’armement (DGA) abgewickelt.
Die Finanzierung des Vorhabens erfolgt im Rahmen des Förderprogramms Security Action for Europe (SAFE) der Europäischen Kommission. Mit der Neuanschaffung leitet die rumänische Luftwaffe die schrittweise Ausmusterung ihrer veralteten Hubschrauberflotte des Typs IAR-330 Puma ein. Das Projekt beinhaltet zudem eine direkte Einbindung der heimischen Rüstungsindustrie.
Nutzung europäischer Finanzierungsinstrumente für Streitkräfte-Investitionen
Das Beschaffungsprogramm stützt sich maßgeblich auf das EU-Instrument SAFE, das Mitgliedsstaaten bei der beschleunigten Schließung kritischer militärischer Fähigkeitslücken unterstützen soll. Rumänien nutzt diesen Rahmen zum wiederholten Male: Bereits zuvor wurden Verträge über sieben Hubschrauber des Typs H160 und fünf Maschinen des Typs H145 für den öffentlichen Dienst und Rettungseinsätze im Rahmen derselben Initiative gezeichnet.
Das Gesamtvolumen der aktuellen Order beläuft sich nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums auf rund 757 Millionen Euro. Dieser Betrag umfasst neben den eigentlichen Luftfahrzeugen Erstausrüstungs- und Logistikpakete sowie Ausbildungsprogramme für Piloten und Wartungspersonal.
Ablösung der lizenzierten IAR-330 Puma und Einsatzspektrum
Die rumänischen Streitkräfte betreiben bislang den Typ IAR-330 Puma, eine Variante des ursprünglichen Aérospatiale Puma, die ab den 1970er Jahren vom lokalen Hersteller Industria Aeronautică Română (IAR) in Lizenz gefertigt wurde. Aufgrund des hohen Alters der Flotte und steigender Instandhaltungskosten wird der schrittweise Ersatz erforderlich.
Die zwölf neuen H225M-Hubschrauber sollen sowohl für reguläre Truppentransporte als auch für Spezialoperationen eingesetzt werden. Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums werden die Maschinen so konfiguriert, dass sie Erdzielbekämpfungs- und Aufklärungsmissionen, taktischen Schutz sowie Luftlandeoperationen bei Tag und Nacht ausführen können. Ergänzend hatte Rumänien in der Vergangenheit bereits zwei H215M-Hubschrauber in Marinekonfiguration geordert.
Einbindung der rumänischen Luftfahrtindustrie
Das Rüstungsvorhaben sieht eine Einbindung des rumänischen Herstellers IAR Brașov vor. Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums entfällt ein Anteil von rund 15 Prozent des Gesamtwerts des H225M-Programms auf die Industriearbeiten am Standort Brașov. Matthieu Louvot, Chief Executive Officer von Airbus Helicopters, verwies darauf, dass die Wahl der Plattform die industriellen Kapazitäten des Landes im Rahmen der langfristigen Partnerschaft mit IAR stärken werde.
Airbus ist seit mehr als zwei Jahrzehnten in Rumänien vertreten. Neben einem Kundenzentrum von Airbus Helicopters zur Betreuung ziviler und militärischer Flotten erbringt Airbus Defence and Space Systemdienstleistungen im Bereich der gesicherten Kommunikation, während der Verkehrsflugzeugbereich Zulieferteile vor Ort fertigen lässt. Die bestehende Vereinbarung zwischen Airbus und IAR, die ursprünglich auf den Typ H215M ausgerichtet war, wurde 2025 angepasst, um den H225M einzuschließen.
Internationale Verbreitung des Waffensystems H225M
Der H225M, die militärische Variante der Super-Puma-Familie, findet in mehreren Streitkräften Anwendung. Weltweit stehen mehr als 350 Hubschrauber der Typen H225 und H225M im Dienst, die zusammen über eine Million Flugstunden absolviert haben. Rumänien reiht sich als dreizehnter militärischer Nutzer des Typs ein. Zu den bisherigen Betreibern gehören unter anderem Brasilien, Frankreich, Ungarn, Indonesien, Irak, Kuwait, Malaysia, Mexiko, Marokko, die Niederlande, Singapur und Thailand.