Sitze Boeing 737-800 (Foto: Jan Gruber).
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Ryanair verzichtet weiterhin auf Flüge ab Leipzig/Halle und Dresden

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Fluggäste in Ostdeutschland müssen auch im Sommerhalbjahr 2027 auf die Wiederaufnahme von Direktverbindungen der irischen Fluggesellschaft Ryanair ab den mitteldeutschen Verkehrsflughäfen Leipzig/Halle und Dresden verzichten.

Verhandlungen zwischen dem Billigflieger und der Betreibergesellschaft Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) über eine Rückkehr an die beiden sächsischen Standorte sind im Oktober 2026 ohne Vereinbarung beendet worden. Ursache für das Scheitern der Gespräche sind unüberbrückbare Differenzen bei der Ausgestaltung der Flughafen- und Entgeltstrukturen sowie die nach Auffassung des Carriers überhöhten staatlich induzierten Standortkosten in Deutschland. Damit setzt sich der Rückzug des Anbieters aus den ostdeutschen Regionen vorerst unverändert fort.

Hintergrund der Verhandlungen und historische Streckenverbindungen

Bis zum Frühjahr 2025 bediente die irische Fluggesellschaft regelmäßige Linienverbindungen an beiden Standorten. Ab dem Flughafen Leipzig/Halle flog Ryanair bis März 2025 die britische Hauptstadt London an, während ab dem Flughafen Dresden eine Frequenz nach Palma de Mallorca angeboten wurde. Nach der Einstellung dieser Routen gab es auf regionaler und wirtschaftlicher Ebene Bestrebungen, eine Wiederaufnahme der für den Privatreiseverkehr und den Städtetourismus nachgefragten Strecken zu erwirken.

Obwohl beide Verhandlungspartner die Beendigung der Gespräche für den Sommerflugplan 2027 bestätigten, erklärten Vertreter der Fluggesellschaft, dass der Dialog für die darauffolgende Wintersaison 2027/2028 grundsätzlich fortgeführt werde. Verbindliche Zusagen oder konkrete Zielgebietsplanungen liegen für diesen Zeitraum jedoch nicht vor.

Auseinandersetzung um staatliche Abgaben und Gebührenstrukturen

Sowohl die Fluggesellschaft als auch die Flughafen-Holding begründen das Ausbleiben einer Vereinbarung primär mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des deutschen Luftverkehrsmarktes. Die Mitteldeutsche Flughafen AG betonte, dem Verkehrsträger im Rahmen der Tarif- und Rabattordnungen entgegengekommen zu sein und das Angebot bis an die Grenze der eigenen wirtschaftlichen Vertretbarkeit kalkuliert zu haben. Allerdings seien entscheidende Kostenkomponenten wie Luftsicherheitsgebühren, Flugsicherungsentgelte sowie die staatliche Luftverkehrsteuer vom Flughafenbetreiber nicht beeinflussbar.

Auf Seiten von Ryanair wird die Abgabenlast am Standort Deutschland scharf kritisiert. Die deutsche Luftverkehrsteuer schlägt bei innereuropäischen Flügen derzeit mit rund 13 Euro pro abfliegendem Passagier zu Buche. In Kombination mit steigenden Luftsicherheitsgebühren und Infrastrukturentgelten belaufen sich die staatlich fixierten Fixkosten je Start auf ein Niveau, das bei durchschnittlichen Ticketpreisen im europäischen Streckennetz der Gesellschaft von etwa 46 Euro nicht mehr profitabel abgebildet werden könne. Die Airline verlagert Kapazitäten daher bevorzugt an europäischen Standorte mit niedrigeren Entgeltstrukturen.

Sanierungserfolg der Mitteldeutschen Flughafen AG ohne Auswirkungen auf Low-Cost-Strategie

Die gescheiterte Einigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die wirtschaftliche Ausgangslage der Mitteldeutschen Flughafen AG spürbar stabilisiert hat. Nach mehrjährigen operativen Fehlbeträgen und Liquiditätsengpässen schloss die Holding ihre umfassende Restrukturierung im Juli 2026 – rund ein halbes Jahr früher als ursprünglich projektiert – erfolgreich ab. Für das Geschäftsjahr 2025 wies der Konzern einen Jahresüberschuss von 10,5 Millionen Euro aus, und die Unternehmensfinanzierung ist durch langfristige Abkommen bis zum Jahr 2038 abgesichert.

Trotz des Turnarounds verzichtet die Unternehmensführung auf eine Quersubventionierung von Low-Cost-Anbietern. Die Holding strebt stattdessen eine Balance zwischen der Sicherung des gewinnbringenden Frachtverkehrs am Drehkreuz Leipzig/Halle – der maßgeblich durch das Frachtdrehkreuz von DHL sowie den Militär- und Charterverkehr geprägt ist – und dem klassischen Linien- und Zubringerverkehr an. Am Standort Dresden liegt der Fokus weiterhin auf der Anbindung an die internationalen Drehkreuze der Lufthansa-Gruppe wie Frankfurt am Main und München sowie auf der Betreuung der ansässigen Technologie- und Mikroelektronikindustrie.

Strukturelle Verfestigung des Meidungstrends deutscher Regionalflughäfen

Die Absage an die Standorte Leipzig/Halle und Dresden fügt sich in die übergeordnete Unternehmensstrategie von Ryanair auf dem deutschen Markt ein. Der Anbieter hatte seine Flottenpräsenz im Bundesgebiet in den vergangenen Jahren schrittweise reduziert und Kürzungen an mehreren Standorten wie Hamburg, Berlin-Brandenburg oder Dortmund vorgenommen.

Die Absage verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen für mitteldeutsche Regionalflughäfen beim Versuch, ihr Passagieraufkommen im Segment der Billigflüge wieder auf den Stand von vor 2020 anzuheben. Während sich das Fracht- und Netzwerkergebnis stabil präsentiert, bleibt die Auswahl an Direktverbindungen für Urlaubs- und Städtereisende in Sachsen und Sachsen-Anhalt bis auf Weiteres eingeschränkt.

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