Die US-amerikanische Fluggesellschaft United Airlines hat am 7. Oktober 2026 erneut operative Konsequenzen aus einer internen und öffentlichen Kontroverse gezogen. Der Verkehrsflugzeugführer M. wurde mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres vom Flugdienst freigestellt und suspendiert.
Grund für die Maßnahme ist die erneute Debatte um Äußerungen des Kapitäns in den sozialen Netzwerken im Nachgang zu den Angriffen auf Israel vom 7. Oktober 2023. Bereits im November 2023 war der Pilot vorübergehend suspendiert, später jedoch wieder im Cockpit eingesetzt worden. Der Fall beleuchtet das Spannungsfeld zwischen arbeitsrechtlichen Bestimmungen, tarifvertraglichem Schutz durch Gewerkschaften und den Sicherheitsanforderungen im zivilen Flugbetrieb.
Vorgeschichte der Äußerungen und erste arbeitsrechtliche Schritte
Kapitän Ibrahim R. M., der seit mehreren Jahren für die Fluggesellschaft tätig ist und unter anderem Maschinen der Typen Boeing 757 und Boeing 767 führte, hatte am Tag der Angriffe im Oktober 2023 Äußerungen auf seinen privaten Profilen in sozialen Medien veröffentlicht. Darin bezeichnete er die Aktionen als Widerstand eines tapferen Volkes und verneinte, dass diese unprovoziert erfolgt seien. Die Äußerungen riefen rasch Kritik von Passagieren und Branchenbeobachtern hervor.
Im November 2023 entzog die Unternehmensführung von United Airlines dem Piloten die Flugberechtigung und leitete eine interne Untersuchung ein. Das Arbeitsverhältnis blieb dabei unter Fortzahlung der Bezüge bestehen. Gerichtsunterlagen und Branchenberichten zufolge dauerte die ursprüngliche Suspendierung nur einen begrenzten Zeitraum an, woraufhin der Kapitän wieder in den regulären Flugdienst zurückkehrte. Kündigungsversuche der Airline scheiterten unter anderem an den arbeitsrechtlichen Hürden und dem Schutz durch den Tarifvertrag der Pilotenvereinigung.
Misstrauen im Cockpit und Verhalten mitfliegender Besatzungen
In den vergangenen Monaten verfestigte sich das Misstrauen innerhalb der Belegschaft. Wie Branchenmedien berichteten, verweigerten mehrere mitfliegende Pilotinnen und Piloten die Nutzung der regulären Passagiersitze in der First Class, wenn sie im Rahmen von Dienstreisen (sogenanntes Deadheading) an Bord von Flügen eingeteilt waren, die von Mossallam gesteuert wurden.
Statt die ihnen zustehenden Sitze in der Fluggastkabine zu nutzen, entschieden sich wiederholt Kollegen dazu, die Reise auf den Klappsitzen (Jumpseats) direkt im Cockpit zu verbringen. Ziel dieser Maßnahme war es nach Branchenangaben, die Handlungen des Kapitäns am Steuer der Passagiermaschine kontinuierlich zu überwachen. Diese Umgehung der üblichen Ruheverfahren unterstreicht die Vorbehalte innerhalb der Cockpit-Teams bezüglich der Flugsicherheit und des Vertrauensverhältnisses an Bord.
Erneute Überprüfung durch die Fluggesellschaft und Kontext im Streckennetz
Eine Sprecherin von United Airlines bestätigte am 7. Oktober 2026, dass der Pilot im Rahmen einer laufenden Untersuchung erneut vom Flugdienst entbunden wurde. Parallel dazu ist der Pilot weiterhin in externen Funktionen aktiv, unter anderem als Präsidiumsmitglied der New Yorker Sektion der Organisation Council on American-Islamic Relations (CAIR).
Der Vorfall fällt zeitlich zusammen mit der Wiederaufnahme der Direktverbindungen von United Airlines nach Israel. Nach mehrfachen Unterbrechungen im Zuge der regionalen Sicherheitslage bedient die Fluggesellschaft seit September 2026 wieder zweimal täglich die Strecke zwischen dem Drehkreuz Newark Liberty International Airport und dem Flughafen Tel Aviv-Ben Gurion mit Großraumflugzeugen des Typs Boeing 787-10 Dreamliner. Die Fluggesellschaft sieht sich vor diesem Hintergrund mit erhöhten Anforderungen an die Sicherheitskultur und die Belegschaftskontrolle konfrontiert.