Am Morgen des 6. Oktober 2026 hat sich am Flughafen Los Angeles International (LAX) ein Bodenunfall zwischen zwei Großraumflugzeugen ereignet. Ein Airbus A350-900 der US-amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines berührte beim Rollen zur Startbahn die Heckflosse einer Boeing 777-200LR der kanadischen Air Canada.
Durch den Zusammenstoß verhakte sich das linke Randflügelende (Winglet) des Airbus im Höhenleitwerk der Boeing. Bei dem Zwischenfall verzeichneten die Behörden keine Verletzten unter den insgesamt 275 Passagieren und 15 Besatzungsmitgliedern des Delta-Fluges oder unter den Personen an Bord der Air Canada-Maschine. Beide Flugzeuge wurden zur technischen Überprüfung und Reparatur aus dem Liniendienst genommen, während die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) sowie das National Transportation Safety Board (NTSB) Ermittlungen aufnahmen.
Ablauf des Zwischenfalls im Bereich von Terminal 6
Der Unfall ereignete sich gegen 10:30 Uhr Ortszeit auf einer Rollbahn im Bereich des Terminals 6. Der Airbus A350-900 mit dem Kennzeichen N512DN befand sich als Delta-Flug DL7 auf dem Weg zum Start in Richtung des Flughafens Tokio-Haneda. Zeitgleich wurde eine Boeing 777-200LR der Air Canada mit dem Kennzeichen C-FIVK, die zuvor als Flug AC785 aus Toronto-Pearson gelandet war, von einem Schleppfahrzeug in Richtung ihrer Gate-Position bewegt.
Nach behördlichen Angaben stoppte der Schleppzug vor dem Erreichen der endgültigen Parkposition. Als der Delta-Airbus die stehende oder langsam rollende Boeing passierte, erfasste das linke Winglet des A350 das rechte Höhenleitwerk im Heckbereich der 777. Die Wucht des Aufpralls riss die hochgebogene Flügelspitze des Airbus ab, die im Anschluss in der beschädigten Heckstruktur der Boeing stecken blieb.
Funkverkehr und Erstbeurteilung durch die Besatzungen
Der Funkverkehr zwischen den Flugdeck-Besatzungen und der Luftverkehrssteuerung verdeutlicht den unmittelbaren Hergang nach dem Kontakt. Die Besatzung der Air Canada-Maschine meldete der Bodenkontrolle eine deutliche Erschütterung des Flugzeugrumpfes und bat um eine externe Sichtprüfung. Fast zeitgleich meldete der Kapitän des Delta-Fluges eine Unregelmäßigkeit an der linken Tragflächenspitze.
Nach dem Stopp beider Maschinen wurden Rettungs- und Sicherheitskräfte zur Unfallstelle dirigiert. Eine unmittelbare Gefahr durch Treibstoffaustritt oder Feuer bestand nicht. Die Passagiere des Delta-Fluges wurden nach der Trennung der Fahrzeuge zu einem Terminal zurückgeschleppt und konnten die Maschine regulär über Fluggastbrücken verlassen.
Gegenstand der behördlichen Ermittlungen und bauliche Dimensionen
Die FAA und das NTSB konzentrieren ihre Untersuchungen auf die Rekonstruktion der Abstände und der Anweisungen der Bodenkontrolle. Ein zentraler Prüfpunkt ist die Frage, aus welchen Gründen das Schleppgespann der Air Canada vor dem Gate anhelt und ob die Position des Flugzeughecks die Grenzen der festgelegten Rollgasse für den passierenden Airbus A350 überschritt. Ebenso wird untersucht, ob die Sichtverhältnisse vom Cockpit des A350 aus eine Erkennung des Engpasses gestatteten.
Der Vorfall betrifft zwei der größten Flugzeugtypen, die im regulären Passagierverkehr eingesetzt werden. Der Airbus A350-900 weist eine Spannweite von 64,75 Metern auf, während die Boeing 777-200LR eine Spannweite von 64,80 Metern besitzt. Aufgrund dieser Ausmaße gelten auf Flughäfen strikte Sicherheitsabstände zwischen Rolllinien und Parkpositionen, um Bodenberührungen (Wingtip Strikes) zu verhindern.
Auswirkungen auf den Flugbetrieb und betroffene Maschinen
Beide Fluggesellschaften mussten Anpassungen in ihren Flugplänen vornehmen. Delta Air Lines setzte für den Transpazifikflug DL7 nach Tokio-Haneda ein Ersatzflugzeug vom Typ A350 ein. Die Passagiere traten die Reise nach einer Verzögerung von rund acht Stunden am Dienstagabend an. Der Rückflug der Air Canada nach Toronto, Flug AC786, musste gestrichen werden.
Der beteiligte Airbus A350-900 der Delta Air Lines wurde im Januar 2019 ausgeliefert. Die betroffene Boeing 777-200LR der Air Canada befindet sich seit Januar 2008 im Dienst und gehört zu einer Flotte von sechs Maschinen dieses Teilmusters bei der kanadischen Fluggesellschaft. Beide Flugzeuge verbleiben für Reparaturarbeiten an den Tragflächen- und Heckstrukturen vorerst am Flughafen Los Angeles.