Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat der Bundesregierung beim Abend der Luftfahrt am Dienstag in Berlin ein Maßnahmenpaket zur Neuausrichtung des Luftverkehrsstandorts Deutschland unterbreitet.
Der sogenannte Zukunftspakt sieht vor, die finanziellen Belastungen für Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber schrittweise zu reduzieren. Nach BDL-Berechnungen summieren sich staatlich veranlasste Abgaben wie die Luftverkehrsteuer, Flugsicherungsgebühren sowie Luftsicherheitskosten in Deutschland derzeit auf rund zwei Milliarden Euro jährlich mehr als im europäischen Durchschnitt.
Kern des Drei-Punkte-Plans bildet die Halbierung dieser staatlichen Steuern und Gebühren auf ein wettbewerbsfähiges europäisches Niveau. Ergänzend fordert der Branchenverband eine konsequente Vereinfachung von Genehmigungsverfahren, den Abbau von Verwaltungsbürokratie sowie den Verzicht auf nationale Sonderregeln bei der Übernahme von Vorgaben der Europäischen Union („Gold-Plating“). Zur Finanzierung von Transformationsmaßnahmen im Flugbetrieb schlägt der Verband vor, Erlöse aus dem europäischen Emissionsrechtehandel zweckgebunden einzusetzen, um eine Benachteiligung im internationalen Wettbewerb zu vermeiden.
BDL-Präsident Lars Redeligx verwies auf die entgegengesetzte Marktcharakteristik im internationalen Vergleich: Während der weltweite und europäische Luftverkehr nach der Pandemie kontinuierlich wächst, hakt die Erholung an deutschen Flughäfen deutlich hinterher. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 erreichte das deutsche Passagieraufkommen lediglich rund 85 Prozent des Vor-Corona-Niveaus von 2019, was der Verband auf den Abzug von Flugzeugkapazitäten durch Direktfluggesellschaften an günstigere ausländische Standorte zurückführt.