Die russische Regierung hat den Flughafen Ostafjewo im Süden Moskaus mit Unterzeichnung der entsprechenden Verordnung durch Ministerpräsident Michail Mischuschin offiziell für den Luftverkehr geschlossen.
Im Zuge dieser Maßnahme wird der Grenzübergang an der dortigen Luftfracht- und Passagierstelle mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Zudem wurde das Infrastrukturobjekt aus den offiziellen Registern der gemeinsam genutzten Flugplätze sowie aus der Liste der Flughäfen von föderaler Bedeutung gestrichen.
Der Schritt folgt auf den Eigentümerwechsel im Dezember 2025, bei dem der Energiekonzern Gazprom den gesamten Flughafenkomplex für 2,724 Milliarden Rubel an das Vermögensamt der Stadt Moskau veräußerte. Auf dem Areal im Verwaltungsbezirk Neu-Moskau plant die Stadtverwaltung im Rahmen ihrer städtebaulichen Nachnutzung die Errichtung von Wohnquartieren sowie die Ansiedlung eines Technologieparks. Der Betrieb von Geschäftsreiseflugzeugen und Sonderflügen wird nun auf andere Standorte der Moskauer Luftfahrtregion wie Wnukowo oder Scheremetjewo verlagert.
Die Historie des Standorts reicht bis in das Jahr 1934 zurück, als das Areal als Militärflugplatz eingerichtet wurde. Ab den 1990er-Jahren übernahm die konzerneigene Fluggesellschaft Gazpromavia das Gelände, modernisierte die Infrastruktur und baute den Platz zu ihrer zentralen Heimatbasis aus. Seit dem Jahr 2007 besaß Ostafjewo den Status eines internationalen Business-Airports für den Passagier- und Frachtverkehr. Bereits Anfang 2024 folgte jedoch die Streichung aus dem Register der staatlichen Luftfahrt, womit der stufenweise Rückbau und die finale Umwidmung der Flächen eingeleitet wurden.
Die Stilllegung von Ostafjewo unterstreicht den strukturellen Wandel in der Moskauer Infrastrukturpolitik, bei der stadtnahe Gewerbe- und Flugplatzflächen zunehmend für Immobilienprojekte und Gewerbeansiedlungen freigegeben werden. Gleichzeitig zeigt der Schritt die Konsolidierung im russischen Geschäftsreiseverkehr, der infolge der anhaltenden Wirtschaftssanktionen und gesunkenen internationalen Flugbewegungen mit verringerten Kapazitäten im Großraum Moskau auskommt.