Der Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG hat im Rahmen der jüngsten Personalentscheidungen die betriebliche Altersversorgung für mehrere Vorstandsmitglieder reduziert.
Wie ein Unternehmenssprecher bestätigte, wurde bei den Wiederbestellungen von Technikvorständin Grazia Vittadini, Finanzvorstand Till Streichert und Vertriebsvorstand Dieter Vranckx der jährliche Beitragssatz zur betrieblichen Altersvorsorge auf 30 Prozent der Festvergütung abgesenkt. Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kritik von Investoren und Aktionärsvertretern an den bisherigen Versorgungsregeln für die Führungsetage des MDax-Konzerns.
Das Kontrollgremium der Fluggesellschaft hatte im September 2026 die Verträge der drei Vorstandsmitglieder vorzeitig verlängert. Die Mandate von Finanzchef Till Streichert und Vertriebsvorstand Dieter Vranckx laufen nun jeweils für weitere fünf Jahre bis zum Sommer 2032. Der Vertrag von Technik- und IT-Vorständin Grazia Vittadini wurde um drei Jahre bis Mitte 2030 verlängert. Trotz der langfristigen Absicherung der Führungsmannschaft passte das Kontrollgremium die finanziellen Rahmenbedingungen an, um der Kritik an übermäßigen Zusatzleistungen entgegenzuwirken.
Die Entscheidung zur Kürzungsregelung fällt in eine Phase erhöhten Kostendrucks und betrieblicher Konsolidierung innerhalb der Lufthansa-Gruppe. Neben den Einsparungen bei den Versorgungsbezügen nahm der Aufsichtsrat zudem Anpassungen am Corporate-Governance-Regelwerk vor, unter anderem bezüglich der Altersgrenzen für Führungskräfte. Aktionärsvereinigungen wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatten auf den Hauptversammlungen wiederholt eine stärkere Koppelung der Vorstandsvergütung an die tatsächliche operative Wertschöpfung des Luftfahrtkonzerns gefordert.