Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair setzt ihre Linienverbindung zwischen dem Flughafen Klagenfurt und dem Flughafen London-Stansted für die anstehende Winterflugplanperiode aus.
Im Zeitraum von November 2026 bis Mitte März 2027 werden keine Direktflüge auf dieser Strecke angeboten. Unternehmens- und Flughafenvertreter begründen den temporären Rückzug mit einer jahreszeitlich bedingt schwächeren Nachfrage während der Wintermonate sowie der Belastung durch die nationale Luftverkehrssteuer. Im Sommerflugplan soll die Route hingegen wieder aufgenommen werden.
Die Entscheidung stößt in der regionalen Kommunalpolitik auf scharfe Kritik. Der Klagenfurter FPÖ-Klubobmann Andreas Skorianz bezeichnete den Schritt als Alarmsignal für den gesamten Wirtschafts- und Tourismusstandort Kärnten. Ein wegfallender Direktanschluss an den britischen Markt schwäche die internationale Erreichbarkeit der Landeshauptstadt. Skorianz übte zudem Kritik am Management des Flughafens Klagenfurt und warf den Verantwortlichen vor, trotz prognostizierter Zuwächse in der Realität Passagierpotentiale einzubüßen.
Die Maßnahme von Ryanair trifft den Kärntner Landesflughafen in einer ohnehin schwierigen Phase der Kapazitätskonsolidierung. Auch die Fluggesellschaft Austrian Airlines verringert mit dem Beginn des Winterflugplans ihr Angebot auf der Zubringerstrecke zum Drehkreuz Wien drastisch von elf auf sechs wöchentliche Frequenzen. Regionalpolitische Beobachter bemängeln vor diesem Hintergrund eine Ausdünnung der Verkehrsinfrastruktur, während die Flughafenführung darauf verweist, dass die Anbindung an den Standort Wien trotz reduzierter Flugfrequenzen durch den Einsatz größerer Flugzeuge aufrechterhalten bleibt.