Flughafen Linz (Foto: René Steuer).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Neuer Geschäftsführer übernimmt hochdefizitären Flughafen Linz in angespannter Lage

Werbung

Der Flughafen Linz-Hörsching befindet sich in einer wirtschaftlich schwierigen Phase und schreibt seit fünf Jahren ununterbrochen Verluste. Seit dem 1. Oktober 2026 führt Jörg Ebbighausen, der zuvor in der Konzernentwicklung des Flughafens München tätig war, die Geschäfte als alleiniger Geschäftsführer.

Ebbighausen bezeichnet die aktuelle Situation am oberösterreichischen Landesairport als prekär und rechnet für die kommenden ein bis zwei Jahre mit anhaltenden Turbulenzen. Um die Gewinnschwelle zu erreichen, benötigt der Flughafen ein jährliches Passagieraufkommen von 500.000 bis 600.000 Fluggästen – derzeit verzeichnet der Standort weniger als die Hälfte dieser Zahl.

Die von der Flughafenführung angestrebte Rückkehr zu schwarzen Zahlen verschiebt sich dadurch schrittweise in die ersten Jahre der 2030er-Dekade. Zudem steht dem Airport eine kostenintensive Pistensanierung bevor, die für den Zeitraum 2030/2031 mit rund 25 Millionen Euro veranschlagt wird. Ein Betrag dieser Größenordnung lässt sich nach Angaben des Managements nicht aus dem laufenden Betriebscashflow finanzieren. Das Land Oberösterreich plant vor diesem Hintergrund den Verkauf eines Anteils von 49 Prozent an einen privaten Investor, wobei das Flughafenmanagement langfristig orientierte Infrastrukturfonds als Zielgruppe sieht.

Im operativen Passagiergeschäft stützt sich der Flughafen Linz im Winterhalbjahr 2026/2027 im Wesentlichen auf die Zubringerverbindung nach Frankfurt. Diese Strecke wird seit Ende März von der dänischen Fluggesellschaft Danish Air Transport (DAT) mit Turboprop-Maschinen bedient und über vier Jahre hinweg mit bis zu 36 Millionen Euro öffentlich bezuschusst. Da Linienverbindungen wie die Ryanair-Strecke nach London-Stansted im Winter entfallen, strebt der Geschäftsführer für künftige Flugplanperioden die Neuansiedlung von Billigfluggesellschaften an, wofür eine neue Stelle im Bereich Business Development eingerichtet wurde.

Im Frachtsektor kompensiert der Flughafen den Abzug der regelmäßigen Frachtflüge von Turkish Airlines durch verstärkte Lkw-Ersatzverkehre zu umliegenden Drehkreuzen. Einen zusätzlichen Impuls erwartet der Standort durch die angekündigte Schließung der Luftfrachtsparte am benachbarten Flughafen Salzburg, woraus sich die Möglichkeit ergibt, verbleibende Frachtströme in der Region über die Infrastruktur in Linz-Hörsching abzuwickeln.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung