Am Miami International Airport (MIA) haben Einsatzkräfte der U.S. Customs and Border Protection (CBP) einen versuchten Tierschmuggel aufgedeckt.
Ein 40-jähriger Passagier mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht in den USA, der am 4. Oktober 2026 auf einem Flug aus der kubanischen Hauptstadt Havanna eintraf, führte zehn lebende Singvögel in seiner Unterwäsche mit sich. Bei der Kontrolle im Ankunftsbereich fiel den Beamten eine auffällige Wölbung im Hüft- und Genitalbereich des Mannes auf, was nach Durchsuchung in einem separaten Kontrollraum zur Entdeckung der Tiere führte.
Die Tiere – acht Große Kubafinken (Tiaris olivaceus) und zwei Azurfinken (Passerina caerulea) – waren in sechs zylindrischen Kunststoffröhrchen untergebracht. Diese waren mit Klebeband umwickelt, an den Enden mit feinen Netzen zur Luftzufuhr versehen und in eigens eingenähte Taschen der Unterhose gesteckt worden. Beide Vogelarten unterliegen strengen Einfuhrbestimmungen und sind unter anderem durch das US-amerikanische Zugvogelschutzgesetz (Migratory Bird Treaty Act) geschützt. Notwendige Dokumente, Gesundheitszertifikate oder Einfuhrgenehmigungen konnte der Mann nicht vorweisen.
Der Festgenommene gab gegenüber den Ermittlern an, die geschützten Singvögel für den privaten Gebrauch bestimmt zu haben. Die Bundesstaatsanwaltschaft erhob Anklage wegen illegaler Wareneinfuhr. Nach einer ersten Anhörung vor einem Bundesgericht in Miami wurde der Angeklagte gegen eine Kautionsleistung in Höhe von 25.000 US-Dollar vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Die offizielle Anklageverlesung (Arraignment) ist für den 26. Oktober 2026 terminiert.
Der Fall beleuchtet die anhaltenden Herausforderungen bei der Unterbindung des illegalen Wildtierhandels über internationale Luftverkehrsknotenpunkte. Schmuggelversuche dieser Art bergen neben dem Verstoß gegen den Artenschutz erhebliche Risiken für die Biosicherheit, da unkontrolliert eingeführte Tiere Infektionskrankheiten wie die Geflügelpest in heimische Vogelbestände und die Landwirtschaft einschleppen können. Der US-amerikanische Fish and Wildlife Service hat in Kooperation mit den Grenzschutzbehörden weiterführende Ermittlungen zu den Hintergründen des Transports aufgenommen.