Flughafen Salzburg (Foto: Salzburg Airport Presse).
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Altlastensanierung am Flughafen Salzburg: Zweite Phase der Bodensicherung startet

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Der Flughafen Salzburg bereitet den Start der zweiten Sanierungsphase für eine historisch entstandene Boden- und Grundwasserbelastung mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) vor.

Die Belastung auf dem Areal des Regionalflughafens geht auf den bahnamtlich zugelassenen und damaligen Standards entsprechenden Einsatz von PFAS-haltigen Schaumlöschmitteln bei Feuerwehrübungen seit den 1960er-Jahren zurück. Nachdem im Rahmen eines Bundes-Sondermessprogramms im Jahr 2018 erhöhte Werte im Grundwasser-Abstrom festgestellt worden waren, stellte der Betreiber den Einsatz dieser Schäume umgehend ein und führte stufenweise Gegenmaßnahmen ein. Nach einer seit 2023 laufenden ersten Grundwasserreinigungsphase wurde im April 2026 das Einreichkonzept für die weiterführende Sanierungsphase 2 vorgelegt, deren behördliche Offenlegung im Altlasten-GIS-Kataster im September 2026 erfolgte. Der Flughafen kalkuliert die Gesamtkosten der Sicherungs- und Reinigungsmaßnahmen auf rund 50 Millionen Euro und hat hierfür eine Unterstützung von bis zu 30 Millionen Euro aus dem Altlastensanierungsfonds des Bundes beantragt.

Umfang der Schadstoffausbreitung und rechtliche Rahmenbedingungen bei der Entsorgung

Umfassende Boden- und Grundwasseruntersuchungen des Flughafens in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt und externen Fachbüros ergaben ein Belastungsvolumen von rund 50.000 Kubikmetern Erdreich sowie eine rund 3,5 Kilometer lange Schadstofffahne im Grundwasserabstrom. Die öffentliche Trinkwasserversorgung der Stadt Salzburg und der umliegenden Gemeinden ist von den Belastungen nicht betroffen. Das Umweltmonitoring des Landes Salzburg stellte fest, dass kein akutes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung besteht, empfahl jedoch vorsorglich, das Grundwasser im unmittelbar betroffenen Bereich nicht als Trinkwasser zu nutzen.

Ein wesentliches Hindernis bei der Umsetzung der Erdaushubarbeiten stellt das derzeitige Fehlen einer novellierten Deponieverordnung auf Bundesebene dar, die verbindliche Grenzwerte für die Endablagerung von PFAS-haltigem Material festlegen soll. Um laufende Bauprojekte auf dem Areal – wie die Erneuerung des Passagierterminals – nicht zu blockieren, hat die Flughafengesellschaft ein betriebseigenes Zwischenlager für belastetes Aushubmaterial eingerichtet. Die Gesamtprojektleiterin und Flughafenprokuristin Verena Mitgutsch wies darauf hin, dass die Schaffung rechtlich gesicherter Entsorgungswege durch den Gesetzgeber eine zentrale Voraussetzung für die fristgerechte Abwicklung des Gesamtprojekts bildet.

Technische Sicherungsmaßnahmen durch Schmalwand und Grundwasseraufbereitung

Das von der GWU Geologie Wasser Umwelt GmbH ausgearbeitete Konzept für die Sanierungsphase 2 sieht eine technische Abkapselung der Hauptkontaminationszone vor. Das Herzstück der Maßnahme bildet eine U-förmige, 20 bis 25 Meter tiefe Schmalwand aus Dichtbeton, die das Areal an der Süd-, West- und Ostseite umschließt. Diese Sperre leitet unbelastetes Grundwasser seitlich an der belasteten Zone vorbei. Innerhalb der Umschließung werden sechs Brunnenpaare installiert, die mit einer Förderleistung von bis zu 15 Litern pro Sekunde belastetes Grundwasser abpumpen und einer neu zu errichtenden Reinigungsanlage zuführen.

Die Reinigungsanlage umfasst mehrstufige Verfahren zur Enteisenung, Entmanganung, Desinfektion und anschließenden Aktivkohlefiltration. Ziel der Aufbereitung ist die konsequente Einhaltung des Trinkwassergrenzwerts von 0,1 Mikrogramm pro Liter für die Summe der PFAS-20-Verbindungen. Das gereinigte Wasser wird anschließend über Versickerungskünetten südöstlich der Altlast wieder in den Untergrund eingebracht. Ergänzend wird eine unversiegelte Fläche von rund 56.000 Quadratmetern mit einer technischen Oberflächenabdichtung aus Polyethylen-Dichtungsbahnen (PE-HD), Schutzlagen und Entwässerungsschichten abgedeckt. Dadurch wird verhindert, dass Niederschlagswasser in den kontaminierten Boden eindringt und weitere Schadstoffe in das Grundwasser auswäscht.

Zeitplan der Bausequenzen und Gutachten zu Lärm- und Schwingungsemissionen

Der Bauablauf für die Phase 2 erstreckt sich über den Zeitraum von 2027 bis 2030. Nach Vorerkundungen im Sommer 2027 sind die Hauptbaumaßnahmen für die Sommermonate der Jahre 2028 und 2029 vorgesehen. Im Jahr 2028 erfolgen die Bohrungen für die Lenkwand und die Errichtung der Entnahmebrunnen. Im Jahr 2029 folgen die Verlegung der Oberflächenabdichtung sowie die Fertigstellung der neuen Filteranlagen. Der Test- und Optimierungsbetrieb der Gesamtanlage ist ab 2030 geplant. Die Sofortmaßnahmen der Phase 1 bleiben bis zur vollständigen Inbetriebnahme der neuen Infrastruktur lückenlos aufrechterhalten.

Für die Bauphase wurden detaillierte Fachgutachten zu den Umwelteinwirkungen erstellt. Das schalltechnische Gutachten der VATTER & Partner ZT-GmbH weist aus, dass lärmintensive Arbeiten mit Spezialtiefbaugeräten auf die Werktage zwischen 7:00 und 19:00 Uhr beschränkt werden. An 20 von 38 untersuchten Immissionspunkten in der Anrainerbebauung kann es an maximal 19 von 130 intensiven Bautagen zu zeitweisen Überschreitungen des Richtwerts von 65 dB(A) kommen. Ein Erschütterungsgutachten der tappauf.consultants gmbh ergab, dass die Schwingungsgeschwindigkeiten an den Gebäudefundamenten der nächstgelegenen Anwesen mit ca. 0,6 Millimetern pro Sekunde deutlich unter den Grenzwerten der ÖNORM S 9012 und ÖNORM S 9020 liegen. Zur Absicherung wird bei Gebäuden im Nahbereich bis 150 Meter eine Beweissicherung durchgeführt.

Anrainerinformation und Begleitung durch Umweltmediziner

Die Flughafengesellschaft begleitet das Sanierungsvorhaben mit einem Informations- und Beschwerdemanagement für die Nachbarschaft. Neben regelmäßigen Aktualisierungen über die Website des Flughafens und das Altlasten-GIS wird für die Bauzeit eine direkte Ansprechstelle unter einer eigenen Kontaktadresse eingerichtet.

Umweltmedizinische Fragen werden seit 2022 unter Einbindung von Fachleuten wie Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien bewertet. Auf Basis der vorliegenden Gutachten wurden zusätzliche Schutz- und Monitoringschritte erarbeitet, um die Auswirkungen der Bautätigkeiten auf die umliegenden Wohngebiete gering zu halten und den Fortschritt der Grundwassersanierung transparent zu dokumentieren.

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