Flughafen London-Heathrow (Foto: Jan Gruber).
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Mehr als 40 Fluggesellschaften verlangen Slots am Flughafen London-Heathrow

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Der Betreiber des Flughafens London-Heathrow (LHR) hat im Rahmen seiner jüngsten Markt- und Verkehrsdatenerhebung die Debatte über den Bau einer dritten Start- und Landebahn neu entfacht.

Nach Angaben des Flughafenmanagements vom 12. Oktober 2026 bewerben sich derzeit mehr als 40 internationale Fluggesellschaften vergeblich um verbleibende Start- und Landerechte (Slots) an dem überlasteten britischen Luftfahrtknotenpunkt. Da die vorhandene Infrastruktur an ihren Auslastungsgrenzen operiert, sieht sich die Flughafengesellschaft gezwungen, Anfragen abzuweisen. Dies führe dazu, dass Fluggesellschaften auf ausländische Drehkreuze ausweichen, wodurch dem Vereinigten Königreich Streckenanbindungen, Handelsvolumina und wirtschaftliche Entwicklungschancen entgehen. Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund einer parlamentsinternen Überprüfung des überarbeiteten politischen Rahmenpapiers zur Flughafenerweiterung (Heathrow Expansion National Policy Statement – HENPS), das die rechtlichen Voraussetzungen für den Ausbau schaffen soll.

Politische Vorbehalte und anhaltende Debatte im britischen Parlament

Der geforderte Kapazitätsausbau stößt auf politischer Ebene weiterhin auf Gegenwind. Der britische Premierminister signalisierte im September 2026 Zurückhaltung bezüglich einer staatlichen Unterstützung für den Bau der dritten Start- und Landebahn. Auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan tritt seit Jahren als Kritiker einer physischen Erweiterung des Drehkreuzes auf und verweist auf die Belastungen durch Fluglärm und die Infrastrukturinanspruchnahme in den angrenzenden Stadtteilen.

Demgegenüber betont die Führung des Flughafens Heathrow, dass eine zusätzliche Start- und Landebahn den Wettbewerb unter den Fluggesellschaften stärken, neue Streckennetze eröffnen und durch das erhöhte Sitzplatzangebot zu sinkenden Flugpreisen für Verbraucher führen würde. In einer offiziellen Stellungnahme verwies eine Sprecherin des Flughafens darauf, dass auch zahlreiche britische Regionalflughäfen – darunter Aberdeen, Belfast City, Cornwall Newquay, Glasgow, Leeds, Newcastle und Teesside – eine zügige Erweiterung in London-Heathrow unterstützen, um ihre eigenen Zubringerverbindungen in die britische Hauptstadt dauerhaft abzusichern.

Anhörung im Verkehrsausschuss und Argumente der Befürworter

Im Verlauf der laufenden Sitzungswoche tritt der Hauptgeschäftsführer (CEO) des Flughafens Heathrow, Thomas Woldbye, vor den Verkehrsausschuss des britischen Unterhauses (Transport Select Committee). In der parlamentarischen Anhörung zum Entwurf des HENPS-Rahmenpapiers wird das Management Stellung zu den Investitions- und Umsetzungsplänen beziehen. Woldbye betonte im Vorfeld, dass es sich bei dem Ausbau nicht bloß um eine Investition in ein einzelnen Flughafen handele, sondern um eine Maßnahme zur Sicherung der globalen Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Landes. Während konkurrierende Drehkreuze auf dem europäischen Festland und im Nahen Osten ihre Ausbaupläne vorantreiben, biete das Projekt dem Vereinigten Königreich die Möglichkeit, seine internationalen Handelsbeziehungen zu stärken.

Nach Angaben des Betreibers hat sich eine breite Allianz aus Politikern, Gewerkschaften, Wirtschaftsverbänden, regionalen Flughäfen und Fluggesellschaften formiert, die das Erweiterungsvorhaben befürwortet. Zudem belegen repräsentative Umfragen laut Angaben der Flughafengesellschaft, dass 68 Prozent der Anwohner im näheren Umfeld des Flughafens das Projekt unterstützen. Das Vorhaben umfasse ein privates Investitionsvolumen von rund 33 Milliarden Britischen Pfund und könne landesweit mehr als 100.000 Arbeitsplätze schaffen. Woldbye bekräftigte, dass das private Kapital bereitstehe und das Parlament nach Jahrzehnten der Diskussion die Gelegenheit nutzen sollte, das Genehmigungsverfahren einzuleiten.

Verkehrszahlen im September 2026 und Entwicklung im Frachtbereich

Parallel zur politischen Debatte veröffentlichte der Flughafen Heathrow seine Verkehrskennzahlen für den Monat September 2026. Im Berichtsmonat nutzten knapp 7,2 Millionen Passagiere das Londoner Drehkreuz, was einem leichten Rückgang von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Bei den Beförderungszahlen zeigte sich eine ungleichmäßige Verteilung nach Regionen: Während die Passagierströme in den Nahen Osten um 20 Prozent einbrachen, verzeichneten die Flugverbindungen von und nach Asien-Pazifik einen deutlichen Zuwachs.

Unter den 7,2 Millionen Fluggästen im September 2026 befanden sich fast 1,4 Millionen Umsteigepassagiere. Nach Einschätzung des Flughafenmanagements bildet dieser Transferverkehr das Rückgrat für das internationale Streckennetz, da er viele Langstreckenverbindungen für Fluggesellschaften überhaupt erst wirtschaftlich tragfähig macht. Im Frachtbereich verzeichnete der Flughafen im September 2026 ein Wachstum des Gütervolumens um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In den vergangenen zwölf Monaten summierte sich das Gesamtaufkommen am Flughafen London-Heathrow auf über 84 Millionen Passagiere.

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