Die Zivilluftfahrtbehörde des Königreichs Saudi-Arabien (General Authority of Civil Aviation, GACA) hat den Flugbetrieb am King Khalid International Airport in der Hauptstadt Riad bis auf Weiteres ausgesetzt.
Grund für die Verlängerung der Schließung sind die schweren Raketen- und Drohnenangriffe der jemenitischen Huthi-Miliz vom vergangenem Wochenende, die erhebliche Schäden an den Terminalstrukturen verursachten und zahlreiche Todesopfer sowie Verletzte forderten. Obwohl ursprünglich eine schrittweise Wiederaufnahme des Flughafenbetriebs für Dienstag angedacht war, gaben die Behörden keinen verbindlichen Termin für die Öffnung bekannt. Vertreter aus Branchenkreisen rechnen damit, dass die Schließung mindestens bis Donnerstag andauern wird, während die Infrastruktur einer umfassenden Sicherheits- und Schadensanalyse unterzogen wird. Die Aussetzung hat dazu geführt, dass rund 82 Prozent aller geplanten Flugverbindungen von und nach Riad gestrichen wurden.
Anhaltende Angriffe und Opfersituation auf dem Hauptstadthafen
Die Schließung des Flughafens erfolgte unmittelbar nach einem verheerenden Angriff am Samstag, 10. Oktober 2026, bei dem ein Flugkörper direkt im Bereich des Passagierterminals einschlug. Bei dieser Welle verstarben nach behördlichen Angaben 13 Personen, und mehr als 300 Menschen wurden teils schwer verletzt. Der Vorfall gilt als der folgenschwerste direkte Schlag gegen eine zivile Luftfahrtinfrastruktur in Saudi-Arabien seit mehr als einem Jahrzehnt. Zu den Todesopfern zählen nach Angaben der Regierungsstellen neben saudi-arabischen Staatsbürgern auch ausländische Fluggäste und Abfertigungskräfte, unter anderem aus den USA, Ägypten, Bangladesch, Syrien und Pakistan.
Am nachfolgenden Sonntag, 11. Oktober 2026, kam es zu einem erneuten Folgebeschuss. Ein unidentifiziertes Geschoss schlug in das Terminal 4 ein und löste dort einen Brand aus. Bei diesem Vorfall kam ein pakistanischer Staatsbürger ums Leben, und elf weitere Personen erlitten Verletzungen. Zwar meldete die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition den erfolgreichen Abschuss eines Marschflugkörpers in der Nähe des Flughafengeländes, das zeitgleiche Durchdringen weiterer Flugkörper offenbart jedoch bestehende Lücken in den regionalen Abwehrsystemen gegen tief fliegende Raketen und Drohnen. Die Huthi-Miliz erklärte, die Angriffe am Wochenende gezielt auf den Flughafen Riad sowie auf den Flughafen Dammam und auf Erdölanlagen des Energiekonzerns Saudi Aramco gerichtet zu haben.
Einstellung internationaler Flugverbindungen und operative Folgen
Der anhaltende Beschuss hat weltweite Auswirkungen auf den zivilen Luftverkehr. Zahlreiche europäische, asiatische und nordamerikanische Fluggesellschaften haben ihre Linienflüge nach Riad sowie zu weiteren Zielorten in Saudi-Arabien mit sofortiger Wirkung gestrichen. Die europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) erweiterte ihre Sicherheitshinweise für den saudi-arabischen Luftraum und riet den Luftfahrtunternehmen zu verstärkten Risikoanalysen.
Durch den abrupten Stopp des Flugbetriebs am King Khalid International Airport stecken Tausende internationale Passagiere in der saudi-arabischen Hauptstadt fest. Nach Daten von Flugüberwachungsdiensten wurden innerhalb weniger Tage landesweit fast 1.500 Fluggastverbindungen storniert oder zu regionalen Ausweichflughäfen umgeleitet. Zudem beeinträchtigt die Schließung die Anreise von Teilnehmern und Delegierten internationaler Wirtschaftskonferenzen, die für die zweite Oktoberhälfte in Riad anberaumt waren.
Geopolitische Dimension und Reaktionen der internationalen Gemeinschaft
Die Verschärfung der militärischen Lage am Persischen Golf hat internationale Besorgnis ausgelöst. Das saudi-arabische Militär verurteilte die Schläge gegen den zivilen Hauptstadthafen als schweres Verbrechen und kündigte Vergeltungsmaßnahmen gegen die Führung der Huthi-Miliz im Jemen an. Regierungsvertreter in Washington teilten mit, dass militärische Reaktionen und eine Unterstützung der saudi-arabischen Streitkräfte gepflegt und bewertet werden.
Der Ausfall des Drehkreuzes Riad verdeutlicht die Anfälligkeit der zivilen Luftfahrtinfrastruktur in Konfliktregionen. Solange die Bedrohung durch weitreichende Raketen- und Drohnensysteme im südarabischen Raum fortbesteht, bleibt die sichere Durchführung des zivilen Passagier- und Frachtverkehrs am Flughafen King Khalid massiv gefährdet.