Entry/Exit System (EES) in Salzburg (Foto: Salzburg Airport Presse).
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Verbandskritik an Schengen-Einreisesystem EES nach anhaltenden Verzögerungen

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Die europäischen Luftfahrtverbände ACI Europe und Airlines for Europe (A4E) haben am 12. Oktober 2026 erhebliche betriebliche Nachbesserungen beim IT-gestützten Einreise- und Ausreisesystem EES (Entry/Exit System) gefordert.

Grund dafür sind anhaltend lange Wartezeiten an den Außengrenzen des Schengen-Raums, die sich ein halbes Jahr nach dem flächendeckenden Vollbetrieb der Technologie noch immer nicht auf ein tragfähiges Niveau eingependelt haben. Nach Branchenangaben erreichen die Schlangen an den Grenzkontrollen zu Spitzenzeiten vereinzelt bis zu fünf Stunden und überschreiten im regulären Betrieb weiterhin regelmäßig zwei Stunden.

Als Hauptursachen für die Stauungen verweisen die Verbände auf strukturelle Versäumnisse der zuständigen Behörden. Dazu zählen eine unzureichende Personalausstattung der Grenzpolizei, technische Instabilitäten der zentralen IT-Infrastruktur sowie eine schleppende Installation und Nutzung von Selbstbedienungskiosken und automatisierten Grenzkontrollgates. Zwar habe das System die Sicherheit der Außengrenzen gestärkt, das Ziel einer effizienten und raschen Abfertigung von Drittstaatsangehörigen werde jedoch im aktuellen Zustand klar verfehlt, erklärten ACI-EUROPE-Generaldirektor Olivier Jankovec und A4E-Geschäftsführerin Ourania Georgoutsakou.

Um die Kapazitätsengpässe an den Terminals zu beseitigen, legten die Branchenvertretungen einen Sechs-Punkte-Plan vor. Die Forderungen umfassen unter anderem die Abschaffung doppelter Verifikationsschritte, die Optimierung der Erfassung biometrischer Daten sowie die technische Überarbeitung der offiziellen App zur Vorabregistrierung von Reisenden. Zudem verlangen die Verbände die dauerhafte rechtliche Verankerung einer Flexibilitätsklausel, die es den Mitgliedstaaten erlaubt, die Erfassung biometrischer Daten bei extremen Überlastungen der Kontrollstellen temporär auszusetzen, um den Flugbetrieb zu sichern.

Die Kontroverse verdeutlicht die Zielkonflikte zwischen verfahrenstechnischen Sicherheitsanforderungen der EU-Grenzschutzverordnung und den operativen Kapazitätsgrenzen der Verkehrsinfrastruktur. Solange die Abfertigungsprozesse an den Terminals nicht beschleunigt werden, drohen bei hohem Passagieraufkommen weiterhin verpasste Anschlussflüge und Störungen der Flugpläne im gesamten europäischen Luftraum.

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