Die kenianische Regierung hat ein neues Unterstützungspaket für die nationale Fluggesellschaft Kenya Airways beschlossen.
Dem hochverschuldeten Carrier wird ein neues Gesellschafterdarlehen in Höhe von 350 Millionen US-Dollar (rund 300 Millionen Euro) mit einer Laufzeit von zehn Jahren gewährt. Die Mittel dienen primär der Deckung dringender Verbindlichkeiten, der Absicherung anstehender Wartungsarbeiten sowie der Reaktivierung von Teilen der derzeit aufgrund von Ersatzteilmangel oder Servicerückständen stillgelegten Flotte.
Um die bilanzielle Überschuldung der Fluggesellschaft zu beseitigen, stimmte das Kabinett unter Präsident William Ruto zudem der Umwandlung bestehender Staatsdarlehen im Umfang von etwa 945 Millionen US-Dollar (rund 810 Millionen Euro) zuzüglich aufgelaufener Zinsen zu. Die Schulden sollen in ein eigenkapitalähnliches, handelbares Finanzinstrument umstrukturiert werden, womit das bislang negative Eigenkapital wieder in den positiven Bereich geführt werden soll. Die Umsetzung des Vorhabens steht noch unter dem Vorbehalt der fälligen Aktionärs- und Regulierungsentscheidungen.
Die finanziellen Sanierungsschritte bilden die Grundlage für eine umfassende Restrukturierung. Kenya Airways beabsichtigt, einen strategischen Investor zu gewinnen und frisches Kapital von rund 1,5 Milliarden US-Dollar (etwa 1,3 Milliarden Euro) am Markt aufzunehmen. Im Zuge des Restrukturierungsplans soll die derzeit aus rund 42 Flugzeugen bestehende Flotte bis zum Jahr 2030 auf 60 Maschinen ausgebaut werden.
Luftfahrtanalysten bewerten die erneuten staatlichen Hilfen als unverzichtbaren Konsolidierungsschritt für die staatlich dominierte Fluggesellschaft, die seit Jahren von hohen Verlusten, Fremdwährungsschwankungen und Treibstoffkosten belastet wird. Ohne die Umwandlung der Staatsschulden in Eigenkapital wäre die von der Regierungsseite angestrebte Teilprivatisierung sowie die Gewinnung internationaler Investoren angesichts der bilanziellen Lage kaum zu realisieren.