Boeing 737-800 (Foto: Chris Cauchi / MAviO News).
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Abfangjäger begleiten Passagierflugzeug nach Nürnberg und lösen Großeinsatz aus

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Am 13. Oktober 2026 ist es am Flughafen Nürnberg innerhalb weniger Stunden zu zwei gravierenden Sicherheitsvorfällen gekommen, die zu vorübergehenden Schließungen des Luftraums und Störungen im zivilen Flugverkehr führten.

Am Mittag löste das Übermitteln des internationalen Notfallcodes 7500 – welcher im Luftverkehr eine Flugzeugentführung signalisiert – aus dem Cockpit einer Passagiermaschine der Corendon Airlines Europe einen Großalarm aus. Zwei Eurofighter-Abfangjäger der Bundeswehr wurden im Rahmen der Alarmrotte (Quick Reaction Alert) aktiviert, um die aus Korfu kommende Maschine vom Typ Boeing 737-800 bis zur Landung zu begleiten. Die Polizei Mittelfranken sperrte das Flughafenareal sowie die Zufahrtsstraßen komplett ab. Nach einer Durchsuchung am Boden gab die Behörde Entwarnung, da keine Gefahr für Passagiere oder Besatzung bestand. Bereits in den frühen Morgenstunden desselben Tages hatten vermutete Drohnensichtungen den Betrieb des nordbayerischen Regionalflughafens lahmgelegt.

Übermittlung des Entführungscodes und Einsatz der Bundeswehr-Alarmrotte

Der Vorfall im Luftraum vollzog sich kurz vor der geplanten Ankunft des Flugs XR456 der Corendon Airlines Europe, der von der griechischen Ferieninsel Korfu nach Nürnberg unterwegs war. Die unter der Kennung 9H-CXD registrierte Boeing 737-800 befand sich im Sinkflug auf den Albrecht-Dürer-Airport, als das System der Flugsicherung den Transpondercode 7500 auf den Radarbildschirmen registrierte. Das Aussenden dieses sogenannten Squawks löst automatisch Alarmketten bei den zivilen und militärischen Kontrollstellen aus. Nach Warnmeldungen des NATO-Luftwaffenkommandos im spanischen Torrejón überstiegen die Abfangjäger die Sichtgrenze und begleiteten die Verkehrsmaschine.

Die Deutsche Luftwaffe hält an ihren Standorten Wittmund im Norden und Neuburg an der Donau im Süden stets zwei bewaffnete Eurofighter Typhoon in ständiger Einsatzbereitschaft. Diese Jets müssen nach den Richtlinien der Bundeswehr innerhalb von höchstens 15 Minuten in der Luft sein, um unklare Luftnotlagen zu überprüfen oder betroffene Maschinen Sichtkontrollen zu unterziehen. Die Eurofighter erreichten die Boeing 737-800 im Anflugbereich und begleiteten das Flugzeug bis zum Aufsetzen um 12:16 Uhr. Nach der sicheren Landung drehten die Abfangjäger ab.

Polizeilicher Großeinsatz am Boden und Entwarnung nach Überprüfung

Gleichzeitig leiteten die lokalen Sicherheitsbehörden umfassende Maßnahmen am Boden ein. Die Polizei Mittelfranken Riegelte das Areal des Nürnberger Flughafens weiträumig ab und blockierte die Zufahrtsstraßen. Auf dem Rollfeld stützten sich Spezialeinsatzkräfte (SEK) sowie Einheiten der Bundespolizei und der Flughafenfeuerwehr ab, um das Flugzeug nach dem Ausrollen in einer gesicherten Position in Empfang zu nehmen.

Da die Flugsicherung zeitweise keinen Funkkontakt zum Cockpit herstellen konnte, mussten die Einsatzkräfte von einer akuten Bedrohungslage ausgehen. Erst nach dem Zugriff und der physischen Überprüfung des Innenraums durch Spezialeinheiten konnte Entwarnung gegeben werden. Alle Passagiere und die Besatzung blieben unverletzt. Nach ersten Ermittlungen wird davon ausgegangen, dass ein technischer Defekt an den Funk- und Kommunikationsgeräten oder eine fehlerhafte Eingabe im Cockpit das Signal auslöste.

Umleitungen und Auswirkungen auf den zivilen Flugbetrieb

Aufgrund der Absperrung und der Luftraumsperrung musste der reguläre Flugbetrieb am Flughafen Nürnberg für rund eine Stunde vollständig eingestellt werden. Mehrere ankommende Passagiermaschinen internationaler Fluggesellschaften konnten den Zielflughafen nicht anfliegen und wurden kurzfristig zu den Flughäfen Frankfurt am Main, München, Stuttgart und Memmingen umgeleitet. Einige Ausflüge verspäteten sich beträchtlich oder wurden gestrichen. Erst nach der offiziellen Bestätigung der Sicherheitsbehörden, dass keine Bedrohung vorlag, gab die Flughafenleitung die Start- und Landebahn wieder frei.

Nächtliche Störungen durch mutmaßliche Drohnensichtungen

Der Alarm um Flug XR456 war der zweite Vorfall innerhalb weniger Stunden an diesem Standort. Bereits in der Nacht zum 13. Oktober 2026 kam es zwischen 02:00 Uhr und 04:00 Uhr zu Beeinträchtigungen des Flugverkehrs. Drei Piloten verschiedener Fluggesellschaften hatten unabhängig voneinander gemeldet, während der Start- und Landephase ein nicht identifiziertes Flugobjekt im Nahbereich des Flughafengewässers gesehen zu haben. Die Behörden gingen vom Verdacht einer unbefugt betriebenen Drohne aus.

Die Grenzpolizeiinspektion Nürnberg-Flughafen leitete in Kooperation mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) und den Flughafenbehörden Suchmaßnahmen ein. Ein Polizeihubschrauber suchte den Nahbereich ab, konnte das Objekt jedoch nicht lokalisieren. Die nächtliche Sperrung führte zu Verspätungen bei sechs Flügen; zwei ankommende Maschinen wurden vorübergehend nach Köln/Bonn und Prag umgeleitet, bevor sie nach Nürnberg weiterfliegen konnten. Nach Angaben der Polizei bestehen nach aktuellem Ermittlungsstand keine Zusammenhänge zwischen den nächtlichen Drohnensichtungen und der nachfolgenden Fehlfehlermeldung des Transponders.

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