Auf der gesamten Strecke der Mariazellerbahn zwischen St. Pölten Hauptbahnhof und Mariazell kommt es vom 2. bis zum 20. November 2026 zu einer vollständigen Einstellung des Schienenverkehrs.
Grund dafür sind gebündelte Modernisierungs- und Wartungsmaßnahmen, die von der Betreibergesellschaft Niederösterreich Bahnen (NÖVOG) im Rahmen des jährlichen Instandhaltungsprogramms durchgeführt werden. Für die Dauer der fast dreiwöchigen Streckensperre richtet das Unternehmen einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein, die nach dem regulären Fahrplan der Züge verkehren.
Das Arbeitsprogramm auf der über 115 Jahre alten, eingleisigen Schmalspurstrecke umfasst mehrere technische Teilprojekte. Neben der Erneuerung der Oberleitung im Abschnitt zwischen St. Pölten Hauptbahnhof und St. Pölten Alpenbahnhof stehen Sanierungsarbeiten an mehreren Brückentragwerken, Unterbausanierungen sowie Felssicherungsmaßnahmen auf dem Plan. Ergänzend werden Erdkabel verlegt, Sicherungsanlagen an mehreren Eisenbahnkreuzungen erneuert sowie vorbeugende Bodenerkundungsarbeiten für künftige Infrastrukturprojekte abgewickelt.
Niederösterreichs Verkehrslandesrat Udo Landbauer sowie die NÖVOG-Geschäftsführung um Wolfgang Schroll und Michael Hasenöhrl begründen die zeitliche Bündelung der Baustellen mit dem Ziel, den regulären Zugbetrieb außerhalb der dreiwöchigen Bauphase weitgehend frei von Störungen zu halten. Dennoch bringt der Ersatzverkehr mit Bussen organisatorische Einschränkungen für Fahrgäste mit sich: Fahrräder können in den Bussen nur nach vorheriger Registrierung mitgenommen werden, und auch mobilitätseingeschränkte Personen sind auf eine Voranmeldung angewiesen. Zudem befinden sich einige Ersatzhaltestellen nicht direkt an den jeweiligen Bahnhofsgebäuden.
Die temporäre Totalsperre unterstreicht den anhaltenden Aufwand für den Erhalt historisch gewachsener regionaler Schieneninfrastrukturen. Trotz kontinuierlicher Investitionen in Fahrzeuge und Trassen stellen die eingleisige Streckenführung und die topografisch anspruchsvolle Routenführung im Pielachtal und Mariazellerland die Betriebsführung bei Bauarbeiten regelmäßig vor logistische Herausforderungen, da Schienenersatzverkehre auf den parallelen Straßenverbindungen verkehrstechnisch anfälliger für Verzögerungen sind.