Airbus A330neo (Foto: Fabian Joy/Unsplash).
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Lufthansa setzt sich im Bieten um Minderheitsbeteiligung an TAP Air Portugal durch

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Die portugiesische Regierung unter Premierminister Luís Montenegro hat den Bieterwettbewerb um die Teilreprivatisierung der nationalen Fluggesellschaft TAP Air Portugal entschieden. Wie die Regierung in Lissabon am 14. Oktober 2026 mitteilte, hat sich die Deutsche Lufthansa AG gegen den europäischen Konkurrenten Air France-KLM durchgesetzt und den Zuschlag für den Erwerb eines Minderheitsanteils erhalten.

Der Beschluss sieht vor, dass die Lufthansa Group einen Kapitalanteil von 44,9 Prozent an TAP Air Portugal übernimmt. Bis zu fünf Prozent der Anteile sollen der Belegschaft der Fluggesellschaft angeboten werden, während der portugiesische Staat die Mehrheit der Anteile behält. Der Abschluss des langwierigen Verfahrens folgt auf die Einreichung der verbindlichen Angebote bei der staatlichen Holdinggesellschaft Parpública Ende September 2026. Vor dem Vollzug der Transaktion stehen finale Verhandlungen sowie die kartellrechtliche Prüfung durch die Europäische Kommission und nationale Regulierungsbehörden an. Nach Angaben des portugiesischen Finanzministers Joaquim Miranda Sarmento wird mit einem endgültigen Abschluss des Geschäfts im Jahr 2028 gerechnet.

Verlauf des Bieterverfahrens und entscheidende Auswahlkriterien

Die Teilprivatisierung von TAP Air Portugal war von der Regierung in Lissabon im Juli 2025 eingeleitet worden, um nach der staatlichen Rekapitalisierung während der Pandemiejahre wieder privates Kapital und operatives Fachwissen einzubinden. Ende 2025 traten die Lufthansa Group und Air France-KLM offiziell in den Bieterprozess ein, während der British-Airways-Mutterkonzern International Airlines Group (IAG) nach ersten Prüfungen auf ein verbindliches Angebot verzichtete. Am 30. September 2026 reichten Lufthansa und Air France-KLM ihre finalen Angebote bei der staatlichen Abwicklungsgesellschaft Parpública ein.

Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten des deutschen Konzerns war nach Angaben aus Finanz- und Regierungs-Kreisen die Struktur des Kaufpreisangebots. Während Lufthansa eine reine Barzahlung vorlegte, beinhaltete das Angebot von Air France-KLM eine Kombination aus Bar- und Aktientransaktionen. Die Barofferte bot der portugiesischen Regierung eine höhere Bewertungs- und Planungssicherheit für die Staatskasse. Air France-KLM hatte in ihrem Angebot versucht, mit Zusagen für den Ausbau des Drehkreuzes Lissabon im südosteuropäischen Raum sowie mit dem Aufbau neuer Wartungs- und Reparaturkapazitäten (MRO) in Portugal zu punkten. Lufthansa verwies im Verfahren auf ihre mehr als 70-jährige Marktpräsenz in Portugal und betonte, dass ihr Angebot neben finanziellen Kriterien auch industrielle und soziale Absicherungen verbinde.

Bedeutung für die Flugnetzwerke und die europäische Luftfahrtkonsolidierung

Mit dem geplanten Einstieg bei TAP Air Portugal baut die Lufthansa Group ihre Position im europäischen Zivilluftverkehr weiter aus. Der Konzern, zu dem bereits die Kernmarke Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und die italienische ITA Airways gehören, sichert sich über das Drehkreuz Lissabon einen verbesserten Zugang zu den Verkehrsströmen zwischen Europa und Südamerika, insbesondere nach Brasilien, sowie zu Zielorten im westafrikanischen Raum.

Die Übernahme fügt sich in die fortschreitende Konsolidierung der europäischen Luftfahrtbranche ein. Ähnlich wie beim Erwerb von ITA Airways nutzt Lufthansa die Struktur von Minderheitsbeteiligungen, um Marktanteile schrittweise zu sichern und gleichzeitig regulatorische Hürden zu bewältigen. Die Einbindung von TAP Air Portugal in den Konzernverbund soll Synergien im Einkauf, bei der Flottenplanung und beim Vertrieb heben, erfordert jedoch die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden der Europäischen Union, die Auflagen bezüglich von Start- und Landerechten an ausgelasteten Drehkreuzen erteilen könnten.

Zeitplan für die Genehmigungsverfahren und rechtliche Schritte

Nach der Grundsatzentscheidung der portugiesischen Regierung treten die Verhandlungspartner in die finale Ausarbeitung der Anteilseigner- und Konsortialverträge ein. Diese Vereinbarungen müssen anschließend den zuständigen Wettbewerbsbehörden zur Prüfung vorgelegt werden. Neben der Europäischen Kommission werden auch die Regulierungsbehörden in Portugal und weiteren relevanten Luftraumsektoren das Vorhaben auf seine Auswirkungen auf den Wettbewerb untersuchen.

Der vom Finanzministerium genannte Zeithorizont bis zum Jahr 2028 spiegelt die Komplexität dieser Genehmigungsprozesse wider. Bis zum formalen Vollzug des Anteilsverkaufs verbleibt die operative Führung von TAP Air Portugal in der bisherigen Struktur unter staatlicher Mehrheitskontrolle, während die Vorbereitungen für die schrittweise Integration in die Systeme der Lufthansa Group aufgenommen werden.

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