Die Ermittlungen zu dem vereitelten mutmaßlichen Terroranschlag an Bord eines Passagierflugzeugs der Fluggesellschaft Flydubai weiten sich auf internationaler Ebene aus. Wie übereinstimmende Medienberichte aus Süd- und Vorderasien sowie Behördenangaben bestätigen, haben Sicherheitskräfte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) am 3. Oktober 2026 zwei weitere Flugkapitäne beziehungsweise Copiloten der Fluggesellschaft festgesetzt.
Bei den beiden Festgenommenen handelt es sich um Staatsbürger der Malediven, die nach bisherigen Erkenntnissen in enger beruflicher und privater Verbindung zu dem 29-jährigen Hauptverdächtigen Hamam Al-H. standen. Dem omanischen Ersten Offizier Al-H. wird vorgeworfen, am 30. September 2026 während des Flugs FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv den Flugkapitän im Cockpit mit einer Notfall-Axt angegriffen zu haben, um die Kontrolle über die Boeing 737 MAX 8 an sich zu reißen und das Flugzeug über der israelischen Metropole gezielt zum Absturz zu bringen. Während der verletzte indische Kapitän Smit Machchhar und eingreifende Passagiere die Katastrophe verhindern konnten, prüfen die Ermittlungsbehörden nun das Ausmaß eines womöglich im Hintergrund geknüpften Netzwerks.
Verlauf des Zwischenfalls im Luftraum über dem Nahen Osten
Der Vorfall an Bord der Boeing 737 Max 8 mit der Flugnummer FZ1073 ereignete sich am 30. September 2026 auf dem regulären Linienkurs von Dubai nach Tel Aviv. An Bord der Maschine befanden sich 174 Passagiere und Besatzungsmitglieder, darunter mehrheitlich israelische Staatsbürger. Während des Reiseflugs nutzte der Erste Offizier Hamam Al-H. einen Moment, in dem er sich allein im Cockpit wähnte oder den Kapitän überraschen konnte, um die Tür der Pilotenkabine von innen zu verriegeln. Anschließend griff er den indischen Flugkapitän Smit Machchhar unvermittelt mit der im Cockpit befindlichen Rettungsaxt an und fügte ihm schwere Verletzungen zu.
Trotz seiner physischen Beeinträchtigung gelang es dem verletzten Kapitän, die Entriegelung der Cockpittür manuell zu betätigen. Daraufhin drangen Fluggäste und Mitglieder der Kabinenbesatzung in den Raum ein und überwältigten den Angreifer nach einem physischen Kampf. Das Flugzeug hatte infolge des Angriffs und der Steuereingriffe vorübergehend erheblich an Höhe verloren. Eine an Bord befindliche zweite Besatzung übernahm das Steuer der Maschine und leitete unverzüglich eine Notlandung im saudi-arabischen Tabuk ein, wo der verletzte Kapitän umgehend medizinisch erstversorgt und der Tatverdächtige den lokalen Sicherheitsbehörden übergeben wurde.
Ausweitung der Festnahmen und Verbindungen zu den Malediven
In den Tagen nach der Notlandung rückten mögliche Unterstützerstrukturen innerhalb der Fluggesellschaft in den Fokus der Sicherheitsbehörden. Am 3. Oktober 2026 griffen die Strafverfolgungsbehörden der VAE zu und nahmen zwei maledivische Piloten fest, die ebenfalls bei Flydubai angestellt sind. Nach Berichten der Medienagentur Press Trust of India und maledivischen Lokalmedien wurden die Angehörigen der beiden Piloten über die Botschaft der Malediven in den VAE formell über die Festnahme informiert. Die Behörden des Inselstaats lehnten eine offizielle Stellungnahme ab.
Den Ermittlungen zufolge standen die beiden festgenommenen maledivischen Piloten nicht nur beruflich im Austausch mit dem Tatverdächtigen Hamam Al-H., sondern wohnten zeitweise im selben Gebäudekomplex in den Emiraten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft der VAE wird geprüft, inwiefern die Festgenommenen Kenntnis von den Plänen des Ersten Offiziers hatten oder an Vorbereitungen beteiligt waren. Der Generalstaatsanwalt der VAE, Hamad Saif Al Shamsi, erklärte, dass der Haupttäter beabsichtigte, das Flugzeug in ein Terminal des Flughafens Ben Gurion in Tel Aviv zu steuern.
Sicherheitsanalysen und Fragen zur Crew-Zusammenstellung
Der Vorfall wirft in der internationalen Zivilluftfahrt drängende Fragen hinsichtlich der Sicherheitsüberprüfungen von Flugpersonal und der Cockpit-Sicherheitsleitlinien auf. Neben der individuellen Radikalisierung des Täters untersuchen indische und emiratische Ermittlungsbehörden, darunter die indische Anti-Terror-Behörde NIA, auch operative Auffälligkeiten bei der Dienstplanerstellung des Flugs FZ1073. So wird unter anderem geprüft, warum die Kabinenbesatzung auf diesem spezifischen Flug ausschließlich aus männlichem Personal bestand und welche Rolle unidentifizierte Substanzen spielten, die der Angreifer während der Überwältigung mit sich führte.
Die Fluggesellschaft Flydubai und die Luftfahrtbehörden der VAE haben angekündigt, die Überprüfungsprozesse für das fliegende Personal umfassend zu verschärfen. Die psychologische Bewertung sowie das Monitoring von Auffälligkeiten im Umfeld von Cockpit-Besatzungen stehen nach dem Zwischenfall branchenweit auf dem Prüfstand. Der Zustand des verletzten Kapitäns Smit Machchhar hat sich nach Krankenhausaufenthalten stabilisiert. Die Ermittlungsbehörden der VAE und Saudi-Arabiens setzen ihre Zusammenarbeit fort, um die Hintergründe der Tat und das Ausmaß der Beteiligung der inhaftierten Piloten vollständig aufzuklären.