Die italienische Fluggesellschaft ITA Airways erweitert ihr interkontinentales Streckennetz um eine Direktverbindung nach Südamerika.
Ab dem 30. März 2027 wird die Fluggesellschaft dreimal wöchentlich – jeweils dienstags, donnerstags und sonntags – das Drehkreuz Rom-Fiumicino mit der venezolanischen Hauptstadt Caracas verbinden. Zum Einsatz kommt auf der Langstreckenroute das Großraumflugzeug des Typs Airbus A330-900.
Die Ankündigung geht auf eine Zusammenarbeit mit Diplomaten und Regierungsstellen beider Länder zurück. Im Vorfeld unterzeichneten ITA-Chef Joerg Eberhart und die venezolanische Botschafterin in Italien, María Elena Uzzo Giannattasio, eine entsprechende Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) zur Einrichtung der Flugstrecke. Mit dem Abkommen sollen der bilaterale Warenaustausch sowie der Tourismus gestärkt und zugleich die Anbindung der italienischstämmigen Bevölkerung in Venezuela verbessert werden.
Für ITA Airways, die seit Mai 2024 schrittweise in den Lufthansa-Konzern integriert wird und den Beitritt zur Star Alliance anstrebt, stellt die Wiederaufnahme einer Verbindung nach Caracas einen bedeutenden Schritt dar. Zuvor war die italienische Vorgängergesellschaft Alitalia jahrzehntelang auf dieser Verbindung präsent, hatte die Linie jedoch im Zuge wirtschaftlicher und diplomatischer Spannungen vor mehreren Jahren eingestellt. Über das Drehkreuz Rom-Fiumicino erhalten Umsteiger aus Venezuela künftig Anschluss an das europäische Streckennetz.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Neueröffnung einer Route nach Venezuela mit operativen Herausforderungen verbunden ist. Die Infrastruktur am Zielflughafen Maiquetía in Caracas erfordert spezifische Abwicklungsmaßnahmen, während das kaufmännische Risiko bei Flügen in die südamerikanische Region stark von der politischen Lage und Wechselkursentwicklungen abhängt.