Airbus A350 (Foto: Flughafen München GmbH).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

VC verurteilt Finanzmitteleinsatz bei Teilübernahme von TAP Air Portugal

Werbung

Die Zusage der portugiesischen Regierung zum Verkauf von 44,9 Prozent der Staatsairline TAP Air Portugal an die Lufthansa Group stößt bei der Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit (VC) auf scharfe Kritik.

Für den Erwerb der Minderheitsbeteiligung stellt der deutsche Flugkonzern rund 1,025 bis 1,2 Milliarden Euro bereit – eine Summe, die deutlich über der ursprünglichen Bewertung des portugiesischen Staatsunternehmens liegt. Während sich der Lufthansa-Konzern im Bietergefecht gegen Mitbewerber durchsetzte, zog sich die europäische Airline-Gruppe IAG vorzeitig zurück, da ein Minderheitsanteil ohne direkte operative Mehrheitskontrolle als wirtschaftlich unrentabel gewertet wurde.

Der deutsche Berufsverband der Verkehrsflugzeugführer sieht in der Transaktion einen eklatanten Widerspruch zur laufenden Sparpolitik des Managements im Kernbereich der Gruppe. Während das Lufthansa-Management gegenüber dem eigenen Personal kontinuierlich Effizienzsteigerungen und spürbare Einschnitte bei den Personalkosten einfordert, demonstriere das Unternehmen bei Auslandsakquisitionen erhebliche liquide Mittel und die Bereitschaft zur Zahlung hoher Kaufpreisaufschläge. VC-Vizepräsident Oliver Löwe forderte die Konzernführung auf, die ungleichen finanziellen Bewertungsmaßstäbe zwischen internationalen Beteiligungen und den eigenen Beschäftigten offenzulegen.

Als Reaktion auf die veränderte Eigentümerstruktur intensiviert die Vereinigung Cockpit die Zusammenarbeit mit dem portugiesischen Pilotenverband SPAC sowie weiteren Vertretungen innerhalb des Lufthansa-Konzernverbunds. Die Gewerkschaften befürchten einen steigenden Kostendruck auf Arbeitsbedingungen und Tarifstandards in allen Tochtergesellschaften der Airline-Gruppe. Um einer gezielten Verlagerung von Flugleistungen und einem Unterbieten bestehender Tarifverträge entgegenzuwirken, streben die europäischen Berufsverbände eine grenzüberschreitende Abstimmung ihrer Positionen an.

Branchenanalysten verweisen darauf, dass der Erwerb von TAP dem Lufthansa-Konzern wertvolle Marktanteile auf den Südatlantik-Routen nach Südamerika und Afrika sichert. Dennoch birgt der Einstieg erhebliche finanzielle Risiken: Neben den ausstehenden behördlichen und kartellrechtlichen Genehmigungen droht die anhaltende Tarifunsicherheit im Heimatmarkt die angestrebten Synergieeffekte des Netzwerkausbaus zu belasten.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung