Die portugiesische Regionalfluggesellschaft Portugália Airlines, die innerhalb der TAP Group unter der Dachmarke TAP Express operiert, hat am 15. Oktober 2026 eine langfristige Vereinbarung über ein Komponentenpoolprogramm mit dem brasilianischen Flugzeugbauer Embraer unterzeichnet.
Die Vereinbarung erstreckt sich auf die gesamte Regionalflotte der Airline, bestehend aus zwölf Flugzeugen des Typs Embraer E190 und sieben Maschinen des Typs Embraer E195. Der Vertrag sichert den Zugriff auf ein Ersatzteillager mit mehr als 300 Systemkomponenten sowie erweiterte Reparatur- und Überholungsdienste ab.
Ausschlaggebend für den Vertragsabschluss war die Rückkehr zu einer direkten Herstellerunterstützung. Wie Portugália-Geschäftsführer Mário Lobato de Faria einräumte, hatte die Fluggesellschaft kurzzeitig Komponentenleistungen über einen externen Drittanbieter bezogen. Die damit gemachten Erfahrungen veranlassten die Unternehmensführung schließlich dazu, zum ursprünglichen Poolprogramm von Embraer zurückzukehren, das Portugália bereits bei der Einführung der früheren ERJ145-Flotte mit aufgebaut hatte.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ermöglicht die Poolvereinbarung der Fluggesellschaft eine deutliche Reduzierung der Kapitalbindung. Durch den Zugriff auf dezentrale Lagerbestände des Herstellers entfällt für Portugália die Notwendigkeit, einen eigenen Vorrat an kostspieligen Ersatzteilen für die 19 E-Jets anzulegen. Dies senkt die Lager- und Reparaturkosten und erhöht gleichzeitig die operative Flugzeugverfügbarkeit auf den Zubringerstrecken für die Muttergesellschaft TAP Air Portugal.
Die Vereinbarung erfolgt in einer Phase der Konsolidierung bei der TAP-Gruppe, für die Portugália etwa ein Viertel aller Flüge abwickelt. Die Optimierung der Wartungsstrukturen und der Betriebskosten bildet einen wesentlichen Baustein, um die Verlässlichkeit der Regionalflotte im europäischen und nordafrikanischen Streckennetz der Gruppe abzusichern.