Die Veröffentlichung des ÖBB-Fahrplans für das Jahr 2027 hat in der Steiermark die Debatte über die Schienenanbindung des Flughafens Graz-Feldkirchen erneut entfacht.
Entgegen Medienberichten über eine umfassende Einbindung der Neubaustrecke ist mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 lediglich der Halt von zwei Interregio-Zügen an den äußeren Tagesrändern vorgesehen. Dabei wird der aus Villach kommende Interregio 1151 um 05:15 Uhr an der Haltestelle Flughafen Graz-Feldkirchen eintreffen, während der Interregio 1150 in Richtung Kärnten den Bahnhof um 23:32 Uhr bedient. Der reguläre Fernverkehr auf der Koralmbahn führt weiterhin ohne Zwischenstopp am Flughafengelände vorbei.
Um die Bedienung der Haltestelle zu ermöglichen, leiten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die beiden Tagesrand-Verbindungen von der Neubaustrecke auf die Trasse der alten Südbahn um. Durch diese Streckenführung verlängert sich die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt für diese spezifischen Züge auf eine Stunde und acht Minuten, verglichen mit den knapp 41 Minuten der regulären Durchfahrten über den Koralmtunnel. Unabhängig von den beiden Interregio-Zügen bringt der Fahrplan 2027 allerdings eine Verdichtung der Regionalverbindungen mit Slowenien, wodurch der Flughafen künftig über zehn direkte Zugverbindungen pro Tag aus Richtung Maribor erreichbar sein wird.
Die Unternehmensführung des Flughafens Graz sowie die steirische Landespolitik bewerten die Maßnahme als ersten Ansatzpunkt zur Schließung von Versorgungslücken im öffentlichen Anreiseverkehr. Flughafen-Geschäftsführer Jürgen Löschnig wies jedoch darauf hin, dass der morgendliche Halt um 05:15 Uhr für Passagiere mit aufzugebendem Gepäck zeitlich eng bemessen sei und eine Vorverlegung der Ankunftszeit erforderlich mache. Verkehrslandesrätin Claudia Holzer sowie Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom drängen im Namen des Landes Steiermark auf eine Einbindung der regionalen Interessensvertretungen bei der künftigen Fahrplangestaltung, um die Schienenanbindung des Standorts schrittweise auszubauen.
Verkehrsexperten betonen, dass der Verzicht auf den ursprünglich geplanten Bau eines vollwertigen Unterflurbahnhofs direkt an der Koralmbahn die Einbindung des Regionalflughafens in das hochrangige Netz auf Jahre erschwert. Derzeit nutzen lediglich rund 15 Prozent der Fluggäste öffentliche Verkehrsmittel für die Anreise zum Flughafen Graz.