Flughafen Riad (Foto: AMC).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Internationale Fluggesellschaften verlängern Flugstopp nach Riad trotz

Werbung

Der internationale Flughafen König Chalid in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad ist nach einer vorübergehenden Schließung infolge schwerer Angriffe der im Jemen ansässigen Huthi-Miliz offiziell wieder für den Flugverkehr freigegeben worden.

Wie aus einer entsprechenden Notam-Meldung für die Luftfahrt hervorgeht, stehen die Start- und Landebahnen für den gewerblichen Flugbetrieb grundsätzlich wieder zur Verfügung. Dennoch meidet die Mehrheit internationaler Netzwerkträger den Standort weiterhin. Flugverfolgungsdienste wie Flightradar24 verzeichneten zu Wochenbeginn den Ausfall von mehr als 80 Prozent der regulär geplanten Verbindungen. Angesichts der anhaltend angespannten Sicherheitslage und der Sorge vor weiteren Raketen- und Drohnenangriffen haben europäische, asiatische und arabische Fluggesellschaften ihre Aussetzungsbeschlüsse verlängert, was die Luftverkehrsanbindung der saudi-arabischen Hauptstadt massiv beeinträchtigt.

Ausmaß der Flugsperren bei europäischen und internationalen Airlines

Die Reaktion der weltweiten Luftfahrtbranche auf die Wiedereröffnung fällt zurückhaltend aus. Die Lufthansa Group gab bekannt, ihren Flugstopp für Verbindungen nach Riad um rund vier Wochen bis zum 18. November 2026 zu verlängern. Damit bleiben die Flüge der Konzernairlines in die saudi-arabische Metropole bis auf Weiteres ausgesetzt. Auch die britische British Airways sowie die niederländische KLM kündigten an, den Flughafen König Chalid mindestens bis Ende Oktober 2026 nicht anzufliegen.

Ähnliche Maßnahmen wurden von mehreren Fluggesellschaften aus Asien und der Golfregion ergriffen. Qatar Airways setzte sämtliche Flugverbindungen nach Riad sowie zur Ostprovinz-Metropole Dammam bis auf Weiteres aus. Auch Air India und weitere internationale Anbieter strrichen ihre Strecken. Das vorsichtige Vorgehen der Fluggesellschaften verdeutlicht die Diskrepanz zwischen der behördlichen Freigabe der Infrastruktur durch die saudi-arabischen Stellen und der risikobasierten Lagebeurteilung der Sicherheitsabteilungen privater Luftfahrtunternehmen.

Hintergrund der Angriffe und Opferzahlen am Hauptstadtflughafen

Der Unterbrechung des Flugbetriebs waren wiederholte Angriffe mit ballistischen Raketen und unbemannten Flugkörpern durch die Huthi-Miliz vorausgegangen. Im Zuge der Attacken kamen auf dem Flughafenareal sowie in dessen unmittelbarer Umgebung insgesamt 18 Menschen ums Leben, während Hunderte weitere Verletzungen erlitten. Allein bei einem der schwersten Einzelangriffe vor gut einer Woche wurden am Flughafen Riad 13 Personen getötet und mehr als 300 Menschen verletzt. Unter den Todesopfern befanden sich nach behördlichen Angaben neben saudi-arabischen Staatsangehörigen auch Bürger aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Sudan.

Auf dem Flughafengelände entstanden durch einschlagende Trümmerteile und Detonationen Sachschäden an Gebäudeteilen und Vorfeldstrukturen. Zeitzeugen berichteten von Bränden und Rauchentwicklung im Bereich der Terminals. Die militärische Führung der Huthi-Miliz im Jemen reklamierte die Angriffe offiziell für sich und drohte mit weiteren Schlägen gegen die Verkehrsinfrastruktur und wirtschaftliche Zentren Saudi-Arabien.

Geopolitische Auswirkungen und Belastungen für die saudi-arabische Wirtschaft

Die Sicherheitskrise trifft das Königreich Saudi-Arabien in einer Phase intensivierter Bemühungen um den Ausbau des internationalen Wirtschafts- und Reiseverkehrs. Die Unterbrechung der Flugverbindungen und das Fernbleiben internationaler Fluggesellschaften erschweren den Transport von Geschäftsreisenden und Gütern kurz vor geplanten internationalen Investorenkonferenzen in Riad.

Die diplomatischen Reaktionen auf die Angriffe fielen international deutlich aus. Vertreter der Vereinten Nationen sowie der Europäischen Union verurteilten die Attacken auf die zivile Luftfahrtsinfrastruktur. Die saudi-arabisch geführte Militärkoalition kündigte Reaktionen an, während die US-Behörden und europäische Außenministerien ihre Reise- und Sicherheitshinweise für die Region anpassten. Solange die Bedrohung durch weitreichende Waffensysteme anhält, bleibt die operative Stabilität des Flugbetriebs am Drehkreuz Riad stark eingeschränkt.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung