Die Betreibergesellschaft des Flughafens Zürich zieht personelle und organisatorische Konsequenzen aus den anstehenden Bau- und Ausbauvorhaben am Heimstamm sowie den gewachsenen Auslandsaktivitäten.
Wie das Unternehmen am 21. Oktober 2026 bekannt gab, wird die Führungsstruktur im Verlauf des Jahres 2027 umgebaut. In diesem Zuge scheidet Stefan Tschudin, seit 2017 als Chief Operation Officer (COO) für das aviatische Kerngeschäft zuständig, Mitte 2027 im gegenseitigen Einvernehmen aus. Tschudin prägte die operative Bewältigung der Pandemie sowie die Steuerung der Flugabwicklung bei steigenden Kapazitätsanforderungen am Standort Kloten.
Parallel dazu verlegt Stefan Gross, bisheriger Chief Commercial Officer (CCO), seinen Schwerpunkt auf das internationale Engagement der Unternehmensgruppe. Er wechselt als Executive Chairman an den im Juni 2026 in Betrieb genommenen Noida International Airport im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Das Großprojekt nahe der Hauptstadt Neu-Delhi stellt mit Investitionen von rund 750 Millionen Schweizer Franken in der ersten Phase eines der zentralen Auslandsinvestments der Flughafen Zürich AG dar. Die Nachfolge im kommerziellen Bereich am Standort Kloten übernimmt Lydia Naef. Ihr bisheriges Ressort Real Estate wird mit den Aufgaben des Non-Aviation-Geschäfts – inklusive Retail, Gastronomie, Digitalplattformen und Asset Management – im neu zugeschnittenen CCO-Bereich gebündelt.
Um das anstehende Investitions- und Erneuerungsvolumen an den Immobilien und gebäudetechnischen Anlagen in Zürich abzuwickeln, richtet der Flughafenbetreiber das neue Ressort „Buildings & Constructions“ ein. Dieser Bereich übernimmt künftig gebündelt die Projektierung, Umsetzung und Instandhaltung aller Hochbauten am Standort. Für die Neubesetzung der Leitungsstellen im Operationsbereich („Aviation“) sowie im Baubereich leitet der Verwaltungsrat in den kommenden Wochen externe Rekrutierungsverfahren ein, um die Gesamtzahl von sechs Geschäftsleitungsmitgliedern unverändert beizubehalten.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass der Umbau der Geschäftsleitung die fortschreitende Ausdifferenzierung des Betreibermodells widerspiegelt. Neben dem traditionellen Flug- und Abfertigungsbetrieb gewinnen das ertragsstarke Immobilien- und Kommerzgeschäft sowie die internationale Projektentwicklung zunehmend an Gewicht für das Gesamtergebnis des börsennotierten Konzerns.