Die von der steirischen Landesregierung im Rahmen des Budgetentwurfs geplante Anhebung der Nächtigungsabgabe sorgt in der regionalen Beherbergungsbranche für erhebliche Unruhe.
Nachdem der Betrag turnusgemäß per Verordnung zum 1. Dezember 2026 von derzeit 2,50 Euro auf 2,80 Euro angeglichen wird, sieht die Budgetplanung für Juni 2027 eine sprunghafte Steigerung auf 4,90 Euro pro Person und Nacht vor. Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) und Vertretungen der regionalen Hotellerie warnen vor gravierenden Folgen für das Preis-Leistungs-Verhältnis des Bundeslandes, das mit 2,5 Millionen inländischen Gästen im Vorjahr das gefragteste Reiseziel innerhalb Österreichs darstellte.
Branchenvertreter wie ÖHV-Landesvorsitzender Gernot Deutsch und Hotelier Gerhard Höflehner kritisieren die Kostensteigerung um nahezu 96 Prozent innerhalb eines halben Jahres als unkalkulierbare Belastung. Insbesondere das preisgünstigere Segment sowie Familienbetriebe in den Ferienregionen geraten durch die fixe Abgabe unter Druck, da sich der Aufschlag bei mehrköpfigen Familien rasch zu dreistelligen Zusatzbeträgen summiert. Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Betriebe, die Verträge und Pauschalangebote für die Sommersaison 2027 teils bereits kalkuliert und bestätigt haben, entzündet sich der Unmut an der fehlenden Einbindung des Sektors im Vorfeld der Ankündigung.
Zusätzliche Kritik entlädt sich an der geplanten Mittelverwendung der Abgabe. Während Ortstaxen traditionell zweckgebunden der kommunalen und regionalen Tourismusinfrastruktur zufließen, sieht der Verteilungsschlüssel der vorgesehenen Erhöhung vor, dass ein Drittel der Mehreinnahmen direkt in das allgemeine Landesbudget fließt. Die ÖHV fordert daher eine deutliche Abflachung des Erhöhungspfads, mehr zeitlichen Vorlauf für die kalkulatorische Umsetzung in den Betrieben sowie eine strikte, vollständige Zweckwidmung aller Einnahmen zugunsten der touristischen Infrastruktur.