Der irische Billigflieger Ryanair baut seine Präsenz am Allgäu Airport in Memmingen weiter aus und stationiert dort ein viertes Flugzeug.
Wie die Fluggesellschaft und die Flughafenführung im Oktober 2026 im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gaben, ermöglicht die zusätzliche Kapazität die Aufnahme von vier neuen europäischen Strecken ab dem Sommerflugplan. Zu den neu angeflogenen Zielen gehören Sevilla und Castellón in Spanien, das italienische Rimini an der Adria sowie Varna an der bulgarischen Schwarzmeerküste, die jeweils mehrmals wöchentlich bedient werden sollen. Zudem wird das Streckennetz im vorausgehenden Winterflugplan um Flüge nach Catania auf Sizilien und in die albanische Hauptstadt Tirana ergänzt.
Der Flughafengeschäftsführer Marcel Schütz wertete die Stationierung der vierten Maschine als Beleg für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Allgäuer Regionalflughafens. Während der Standort Memmingen durch die Flottenerweiterung sein Angebot an Punkt-zu-Punkt-Verbindungen im Freizeitsegment vergrößert, zeigt der Schritt von Ryanair auch die deutliche Kontrastierung zu anderen deutschen Verkehrsflughäfen. An größeren dezentralen Standorten wie Berlin, Hamburg oder Bremen hat der Konzern seine Kapazitäten im selben Zeitraum unter Verweis auf steigende staatliche Abgaben, Luftverkehrssteuern und Luftsicherheitsgebühren teilweise drastisch reduziert oder Standorte komplett aufgegeben.
Luftfahrtexperten sehen in der Verlagerung von Kapazitäten an kleinere Regionalflughäfen eine gezielte Kostensenkungsstrategie von Ultra-Low-Cost-Carriern. Flughäfen wie Memmingen bieten Fluggesellschaften durch schlankere Abfertigungsprozesse und geringere Entgeltstrukturen finanzielle Vorteile. Gleichzeitig steigt für solche Regionalflughäfen jedoch die Abhängigkeit von einzelnen dominanten Anbietern, deren Streckenentscheidungen und Kapazitätsverschiebungen den Passagier- und Ertragspfad der Standorte kurzfristig stark beeinflussen können.