Die Fluggesellschaft Emirates baut ihre Maßnahmen zur Barrierefreiheit in der Passagierabfertigung und im Kabinenbetrieb weiter aus.
Im Rahmen der Fachmesse AccessAbilities Expo im Oktober 2026 in Dubai präsentierte der Carrier neue Technologiekonzepte für sehbehinderte und mobilitätseingeschränkte Personen sowie für Fluggäste mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen. Zu den vorgestellten Neuentwicklungen gehört ein Kabinentrainingssystem für blinde Passagiere, das mittels räumlicher Audioführung, taktiler Elemente und Begleitung eine eigenständige Orientierung an Bord des Airbus A350 vorbereiten soll.
Am Drehkreuz Dubai International Airport (DXB) setzt die Fluggesellschaft verstärkt auf autonome und höhenverstellbare Kontrollsysteme. Barrierefreie Boarding-Gates verfügen über biometrische Kameras, die sich flexibel an unterschiedliche Körpergrößen und Rollstuhlhöhen anpassen, während Selbstbedienungsautomaten beim Check-in mit Braille-Elementen, Text-to-Speech-Funktionen und taktilen Bedienflächen ausgestattet wurden. Zudem entwickelte die Airline eine barrierefreie Suite für First-Class-Lounges, die mit elektrisch verstellbaren Sesselkonstruktionen sowie dedizierten Abstellflächen für Rollstühle versehen ist.
Neben technischen Anpassungen am Flughafen und an Bord führt Emirates weltweite Probeläufe für Reisende aus dem Autismus-Spektrum durch. Bei diesen sogenannten „Travel Rehearsals“ werden Familien und Begleitpersonen schrittweise durch den Abfertigungsprozess vom Check-in über die Passkontrolle bis zum Boarding geführt. In Österreich kooperierte die Fluggesellschaft hierfür am Flughafen Wien mit der sozialen Organisation BALANCE – Leben ohne Barrieren. Nach Unternehmensangaben wurden im Zuge des Programms bisher über 80 Rehearsals auf sechs Kontinenten umgesetzt.
Branchenbeobachter werten die Maßnahmen als Reaktion auf die weltweit steigende Nachfrage nach inklusiven Reisedienstleistungen im internationalen Flugverkehr. Zwar ermöglichen barrierefreie Automaten und biometrische Erfassungssysteme eine höhere Selbstständigkeit am Boden, jedoch bleibt die verlässliche Bereitstellung von geschultem Betreuungspersonal an den Schnittstellen internationaler Zielflughäfen die entscheidende Voraussetzung für eine lückenlose Servicekette.