Die Wirtschaftskammer Wien und die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) verlangen ein Einfrieren der Wiener Ortstaxe auf dem aktuellen Niveau von 5 Prozent des Netto-Zimmerpreises.
Hintergrund ist die von der Wiener Stadtregierung beschlossene zweistufige Anpassung der Abgabe: Nachdem die Taxe im Juli 2026 von ursprünglich 3,2 auf 5 Prozent angehoben wurde, ist für Juli 2027 ein weiterer Anstieg auf 8 Prozent vorgesehen. Branchenvertreter kritisieren, dass sich die Abgabenlast für Gäste und Betriebe damit innerhalb von 13 Monaten kumuliert um 150 Prozent erhöhen würde.
Laut Wiens Hotellerie-Obmann Felix Neutatz und ÖHV-Vizepräsident Alexander Ipp würde der Anstieg auf 8 Prozent Wien im europäischen Vergleich der städtischen Übernachtungsabgaben direkt hinter Amsterdam einreihen. Die Betriebe verweisen auf Daten der Branchenanalyse ÖHV-Inside sowie Kennzahlen von STR, wonach die Wiener Beherbergungsbetriebe im Sommer 2026 bei Auslastung und Zimmerpreisen leichte Rückgänge hinnehmen mussten. Über zwei Drittel der Hotels geben an, Kostensteigerungen nicht vollumfänglich an den Endkunden weitergeben zu können, was die Margen der Unternehmen belastet.
Die Stadtpolitik weist die Forderung nach einer Aussetzung der zweiten Erhöhungsstufe hingegen zurück. Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak betonte im Vorfeld, dass es sich bei dem zweistufigen Modell um einen vereinbarten Kompromiss handle. Zudem verwies die Stadt auf das kontinuierliche Wachstum des Gesamtnächtigungsvolumens in Wien in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 sowie die Notwendigkeit, internationale Gäste an der Finanzierung der städtischen Infrastruktur zu beteiligen.
Branchenbeobachter sehen in der Auseinandersetzung das Spannungsfeld zwischen städtischen Konsolidierungszielen und der internationalen Preiswettbewerbsfähigkeit des Wiener Tourismusstandorts. Während die Verbände vor Einbußen bei Aufenthaltsdauer und Nebenausgaben der Gäste warnen, argumentiert die Stadtverwaltung mit der Stabilität der Buchungszahlen im internationalen Städtevergleich.