Eurocopter AS 355 (Foto: Haeferl).
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Multifunktionale Luftfahrtinfrastruktur in Kärnten: Die Flugeinsatzstelle der Flugpolizei am Flughafen Klagenfurt im operativen Betrieb

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Am Flughafen Klagenfurt hat die Flugeinsatzstelle des Bundesministeriums für Inneres (BMI) am 23. Oktober 2026 die Bilanz einer fordernden Einsatzsaison im alpinen Raum vorgelegt.

Als einer von drei österreichischen Schwerpunktstandorten neben Wiener Neustadt und Salzburg deckt die Klagenfurter Einheit ein breites Spektrum ab, das von sicherheitspolizeilichen Aufgaben über Such- und Rettungsdienste bis hin zur Hilfeleistung bei Naturkatastrophen reicht. Im laufenden Jahr verzeichnete die Dienststelle eine deutliche Zunahme bei Einsätzen zur Bekämpfung von Waldbränden, deren Zahl sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 400 Prozent erhöhte. Die rund um die Uhr einsatzbereite Flugeinsatzstelle wickelt im Jahresdurchschnitt täglich etwa drei Einsätze ab. Die Einbindung in die operative Infrastruktur des Verkehrsflughafens Klagenfurt gewährt dabei die notwendige flugsicherungstechnische und logistische Unterstützung für einen wetterunabhängigen 24-Stunden-Betrieb.

Infrastrukturelle Rahmenbedingungen und strategische Bedeutung des Standorts

Die Entscheidung, die Flugeinsatzstelle Kärnten am Flughafen Klagenfurt zu positionieren, stützt sich auf die am Platz vorhandene luftfahrttechnische Infrastruktur. Bodenorganisationen, Kontrollturm, Flugsicherungsdienste und instrumentelle Anflugverfahren wie das Instrumentenlandesystem (ILS) gestatten geordnete Starts und Landungen auch unter marginalen Sicht- und Wetterbedingungen. Der Leiter der Flugeinsatzstelle Klagenfurt, Josef Samonig, verwies darauf, dass die Alarmstartzeit der Teams bei Notfällen bei rund fünf Minuten liegt.

Am Standort Klagenfurt sind dauerhaft zwei Polizeihubschrauber der Muster Eurocopter EC135 und Airbus Helicopters AS350 B3 stationiert. Bei großflächigen Katastrophenlagen, wie etwa bei extremen Lawinenereignissen, Sturmschäden oder ausgedehnten Waldbränden wie im Lesachtal, wird das Kontingent durch Maschinen aus anderen Bundesländern aufgestockt. Neben Einsätzen im Bundesgebiet erstreckt sich der Aktionsradius bei Hilfegesuchen über die Europäische Union auch auf das angrenzende Ausland, wie der grenzüberschreitende Katastrophenschutzeinsatz der österreichischen Flugpolizei im slowenischen Nova Gorica im Jahr 2022 verdeutlichte.

Personelle Spezialisierung und Anforderungsprofil im alpinen Gelände

Das operative Team der Flugeinsatzstelle Klagenfurt umfasst sieben Piloten sowie 14 Flight- und FLIR-Operatoren. Diese Besatzungsmitglieder zeichnen sich durch eine Doppelqualifikation aus: Sie sind sowohl als Flugretter als auch als behördlich ausgebildete Polizei-Bergführer geschult. Diese Spezialisierung ist notwendig, um Rettungs-, Bergungs- und Fahndungseinsätze im hochalpinen Relief Kärntens unter schwierigen Wind- und Sichtverhältnissen sicher durchzuführen.

Die personelle Dichte im Bereich der österreichischen Exekutivfliegerei ist eng bemessen. Von den österreichweit rund 32.500 Exekutivbediensteten fungieren lediglich etwa 42 Beamtinnen und Beamte als aktiver Hubschrauberpilot beziehungsweise Hubschrauberpilotin. Der Qualifikationsweg beginnt mit der regulären Polizeiausbildung, an die sich nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren eine drei- bis vierjährige Spezialausbildung anschließt. Derzeit absolvieren fünf Nachwuchspiloten ihre alpine Weiterbildung am Standort Klagenfurt, wozu vor allem Trainingsflüge für Außenlandungen im Steilgelände gehören.

Zusammenarbeit mit Rettungsorganisationen und Stellenwert für das Bundesland

Bei komplexen Einsatzlagen arbeitet die Flugpolizei eng mit der Landespolizeidirektion Kärnten, den Freiwilligen Feuerwehren, der Bergrettung, der Wasserrettung sowie dem Roten Kreuz zusammen. Die Schnittstellen zwischen den Bodeneinsatzkräften und den Luftfahrzeugen erfordern kontinuierliche Schulungen, um Befragungen, Personensuchen mit Wärmebildkameras (FLIR) sowie Außenlasttransporte von Löschwasserbehältern präzise abzuwickeln.

Verantwortliche aus Politik und Flughafenmanagement betonen die Bedeutung des Standorts für die regionale Sicherheitsarchitektur. Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber und Flughafen-Geschäftsführer Maximilian Wildt hoben hervor, dass die Vorhaltung der Flugeinsatzstelle die Funktion des Flughafens Klagenfurt als kritische Infrastruktur unterstreicht. Der Standort erfüllt damit Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge, die über den regulären Linien- und Charterverkehr hinausgehen.

Kommerzielle Netzanbindung und Flächenentwicklung am Flughafen Klagenfurt

Parallel zur sicherheitspolitischen Nutzung dient der Flughafen Klagenfurt der Anbindung des Kärntner Wirtschafts- und Tourismusraums an das internationale Streckennetz. Die Fluggesellschaft Austrian Airlines verbindet den Standort im Linienverkehr bis zu elfmal wöchentlich mit dem Drehkreuz Wien, wodurch Anschlussverbindungen zu europäischen und interkontinentalen Zielen bestehen. Das Streckenangebot wird durch weitere Fluggesellschaften ergänzt: Eurowings bedient die Strecke nach Köln im Winterflugplan 2026/2027 ganzjährig mit bis zu drei wöchentlichen Frequenzen, während Ryanair Anbindungen nach London und Palma de Mallorca anbietet.

Im Segment der Nischen- und Ferienflüge bedient SkyAlps Verbindungen nach Rom sowie im Winterflugplan zweimal wöchentlich nach Hamburg. Der Reiseveranstalter Springer Reisen führt saisonale Charterflüge zu griechischen Zielorten wie Paros, Naxos und Skiathos durch. Neben dem Flugbetrieb setzt die Flughafenbetriebsgesellschaft auf die Verwertung von Grundstücksarealen. Im Umfeld der Start- und Landebahn stehen rund 420.000 Quadratmeter Entwicklungsfläche zur Verfügung, die im Rahmen europäischer Ausschreibungsverfahren für gewerbliche Ansiedlungen vergeben werden.

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