Die Schweizer Regionalfluggesellschaft Peoples vollzieht eine grundlegende Umstrukturierung ihres Linienbetriebs auf der Stammstrecke zwischen dem Flugplatz St. Gallen-Altenrhein und dem Flughafen Wien-Schwechat. Wie die Holdinggesellschaft Peoples Air Group im Oktober 2026 mitteilte, wird der bislang eingesetzte Jet vom Typ Embraer 170 ab dem Sommerflugplan 2027 schrittweise durch eine zweimotorige Turboprop-Maschine des Typs Dornier 328-100 ersetzt.
Das Flugzeug wird in einer 32-Sitz-Konfiguration betrieben. Parallel zur Verringerung der Sitzplatzkapazität pro Flug erhöht die Fluggesellschaft die Flugfrequenz ab dem 28. März 2027 auf werktäglich drei sowie sonntags zwei Umläufe. Zur Absicherung der betrieblichen Stabilität geht Peoples eine operative Partnerschaft mit der deutschen Fluggesellschaft Private Wings ein, die eine Flotte von acht baugleichen Dornier 328-100 betreibt. Die betrieblichen Veränderungen gehen einher mit einem Erneuerungsprogramm für die airfieldseitige Infrastruktur in Altenrhein.
Infrastrukturprogramm am Flugplatz St. Gallen-Altenrhein und betriebliche Konsolidierung
Die Flottenumstellung ist eingebettet in ein umfassendes Investitionsprogramm der Flugplatzbetreibergesellschaft Airport Altenrhein AG zur Modernisierung der Standortinfrastruktur. In den kommenden Jahren ist eine vollständige Sanierung der Start- und Landebahn vorgesehen, die mit modernen technischen Pistenleitsystemen ausgerüstet wird. Zudem werden das Vorfeld und die angrenzenden Rollwege erneuert, um den betrieblichen Abläufen künftiger Flugzeugmuster zu entsprechen. Thomas Krutzler, CEO der Peoples Air Group, betonte, dass die Kombination aus angepasster Flottengröße und Infrastrukturerneuerung darauf abzielt, die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Standorts St. Gallen-Altenrhein im regionalen Wettbewerb langfristig zu sichern.
Durch die Reduzierung der Kapazität von bisher 76 Sitzplätzen im Embraer-170-Jet auf 32 Sitzplätze in der Dornier 328-100 passt die Fluggesellschaft das Sitzplatzangebot an die tatsächliche Auslastungsstruktur im Tagesrand- und Zwischenverkehr an. Die höhere Frequenz von drei täglichen Verbindungen an Werktagen soll Geschäftsreisenden aus der Ostschweiz, Vorarlberg und dem süddeutschen Raum flexiblere Tagesreisen nach Wien ermöglichen.
Übergangsphase im Winterhalbjahr und operative Partner im Charterverkehr
Aufgrund der erforderlichen Umschulungsmaßnahmen für das fliegende Personal sowie der behördlichen Zertifizierungsprozesse für das neue Flugzeugmuster greift Peoples im Winterflugplan 2026/2027 auf ein Wet-Lease-Abkommen zurück. Vom 27. Oktober 2026 bis zum 27. März 2027 wird der Flugbetrieb zwischen Altenrhein und Wien mit einem von der Schweizer Fluggesellschaft Helvetic Airways angemieteten Embraer 190 inklusive Besatzung durchgeführt. Dieser Jet kommt in den ersten Monaten des Jahres 2027 auch bei den Incoming-Skicharterflügen zum Einsatz, die in Zusammenarbeit mit der SkiTravelGroup durchgeführt werden.
Im Sommercharterverkehr setzt Peoples weiterhin auf die Zusammenarbeit mit den regionalen Reiseveranstaltern High Life Reisen und Rhomberg Reisen. Das Angebot an Ferienverbindungen ab Altenrhein wird unter Einbindung verschiedener Partnergesellschaften abgewickelt. Neben der künftig eigenen Dornier 328-100 und Maschinen von Private Wings kommen Flugzeuge vom Typ De Havilland Dash 8-Q400 der Avanti Air, Saab 2000 der Frost sowie Embraer E190-E2 der Helvetic Airways zum Einsatz, um Sommerziele im Mittelmeerraum zu bedienen.
Personalreorganisation und strukturelle Anpassungen im Konzern
Die Verkleinerung des Fluggeräts auf der Linienverbindung hat unterschiedliche Auswirkungen auf den Personalbestand der Konzerngesellschaften. Während bei der Infrastrukturbetreiberin Airport Altenrhein AG aufgrund der höheren Anzahl an Flugbewegungen im Linien- und Chartersegment ein leichter Stellenaufbau vorgesehen ist, führt die reduzierte Kabinengröße der Dornier 328-100 zu einem verringerten Personalbedarf bei der Peoples Airline.
Bei einer Besatzungsstärke von drei Personen pro Flug soll der geringfügige Stellenabbau beim Flugpersonal vorrangig über die natürliche Fluktuation abgefedert werden. Das Management befindet sich hierzu im Austausch mit den betroffenen Mitarbeitenden, um sozialverträgliche Übergangslösungen zu erarbeiten.