Der europäische Flugzeugbauer Airbus rechnet im Zeitraum von 2026 bis 2045 mit einer Zunahme der weltweiten Frachtflugzeugflotte um knapp 46 Prozent.
Wie das Unternehmen auf dem Cargo Facts Symposium im Oktober 2026 bekannt gab, soll der Bestand an dedizierten Frachtmaschinen von aktuell 2.360 auf 3.460 Einheiten im Jahr 2045 anwachsen. Insgesamt sieht der Ausblick einen Bedarf von 2.670 Auslieferungen über die nächsten zwei Jahrzehnte vor. Davon entfallen 1.580 Maschinen auf den Ersatz veralteter Muster, während 1.090 Flugzeuge für das reine Marktwachstum vorgesehen sind.
Der Großteil der künftigen Flotte wird nicht durch Neu- und Erstbauten abgedeckt, sondern durch den Umbau ausgedienter Passagierflugzeuge. Rund 1.700 Einheiten sollen als sogenannte Passagier-zu-Frachter-Konversionen (P2F) in den Dienst gestellt werden, während fabrikneue Frachter 970 Flugzeuge ausmachen. Nach Größenklassen unterteilt sich die Nachfrage in 1.140 Standardrumpfflugzeuge (Single-Aisle), 860 mittelgroße Großraumflugzeuge sowie 670 schwere Langstreckenfrachter. Regional wird der Markt von Nordamerika mit 925 benötigten Maschinen und dem Asien-Pazifik-Raum mit 850 Flugzeugen dominiert, was zusammen etwa zwei Drittel des weltweiten Bedarfs ausmacht. Auf Europa und die GUS entfallen 515 Einheiten.
Airbus unterlegt seine Flottenprognose mit einem erwarteten jährlichen Wachstum des Luftfrachtverkehrs von 3,2 Prozent. Dieses liegt leicht über der prognostizierten Zunahme des allgemeinen Welthandels von 2,9 Prozent. Als wesentliche Treiber der Entwicklung nennt der Hersteller den wachsenden Online-Handel, Transporte hochwertiger Elektronikgüter sowie die Ausweitung der Luftfracht als Ausweichoption für anfällige maritime Lieferketten. Für das eigene Produktportfolio sieht Airbus Marktchancen sowohl für das Neubaumodell A350F als auch für Umbauprogramme der Familien A320, A321 und A330.