Der europäische Flugzeugbauer Airbus hält trotz eines währungs- und lieferkettenbedingt schwächeren dritten Quartals 2026 an seinen Finanz- und Auslieferungszielen für das Gesamtjahr fest. Wie der Konzern im Rahmen der Veröffentlichung seiner Quartalsergebnisse bekannt gab, soll das Auslieferungsziel bei rund 870 Verkehrsflugzeugen verbleiben.
Um diesen Wert zu erreichen, muss das Unternehmen im vierten Quartal eine historisch hohe Anzahl an Maschinen an Kunden übergeben. Im dritten Quartal 2026 verzeichnete Airbus leichte Rückgänge beim Konzernumsatz sowie beim bereinigten operativen Ergebnis (EBIT). Dennoch profitierte das Unternehmen von einem Anstieg des Konzernergebnisses aufgrund positiver Sondereffekte. Konzernchef Guillaume Faury verwies auf das anhaltend komplexe operative und geopolitische Umfeld, zeigte sich jedoch zuversichtlich, die gesteckten Jahresziele durch ein Hochfahren der Endmontagelinien in den verbleibenden Wochen zu realisieren.
Rückgang bei Umsatz und operativem Ergebnis im dritten Quartal 2026
In den drei Monaten von Juli bis September 2026 ging der Konzernumsatz von Airbus um zwei Prozent auf 17,5 Milliarden Euro zurück. Damit verfehlte der Flugzeugbauer die durchschnittlichen Prognosen der Finanzanalysten, die von Einnahmen in Höhe von 17,9 Milliarden Euro ausgegangen waren. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sank im selben Zeitraum um neun Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Dieser Rückgang entsprach im Wesentlichen den Erwartungen der am Markt aktiven Beobachter.
Trotz des leichten Rückgangs beim operativen Gewinn stieg der Konzerngewinn unter dem Strich im dritter Jahresviertel um gut ein Fünftel auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Dieser Anstieg wurde maßgeblich durch positive Sondereffekte sowie Finanzergebnisse getrieben. Der freie Barmittelabfluss (Free Cashflow vor Kundenfinanzierung) belief sich seit Beginn des Jahres 2026 auf minus 1,3 Milliarden Euro. Diese negative Kennzahl spiegelt den gezielten Aufbau von Zwischenlagern und Bauteilbeständen wider, die der Konzern benötigt, um die Auslieferungsfrequenz im vierten Quartal signifikant zu steigern.
Herausforderungen in den Lieferketten und Lage bei den Triebwerksherstellern
Das Erreichen des Jahresziels von rund 870 Auslieferungen setzt voraus, dass die Lieferketten in den kommenden Wochen ohne größere Unterbrechungen funktionieren. In der Vergangenheit musste Airbus seine Auslieferungsprognosen gegen Jahresende wiederholt nach unten korrigieren, da Engpässe bei Zulieferbetrieben – insbesondere bei den Herstellern von Triebwerken und Kabinenbauteilen – zu Verzögerungen in der Fertigung führten. Zu Beginn des Jahres 2026 hatte Vorstands-Chef Guillaume Faury unter anderem den Triebwerkshersteller Pratt & Whitney öffentlich kritisiert, weil dieser nicht ausreichend Turbinen für die Fertigungslinien der A320neo-Familie bereitstellen konnte.
Zuletzt zeichnete sich bei den Versorgungsengpässen eine schrittweise Stabilisierung ab. Das Hochfahren der Fertigungskapazitäten bleibt dennoch ein sensibles Unterfangen, da Schlüsselzulieferer weiterhin an den Kapazitätsgrenzen arbeiten. Die Nachfrage nach den Schmalrumpfflugzeugen der A320neo-Familie sowie den Großraumflugzeugen der Typen A350 und A330neo verharrt auf hohem Niveau. Marktbeobachter verweisen darauf, dass steigende Kerosinpreise im Jahresverlauf 2026 den Bedarf der Fluggesellschaften an verbrauchsarmen Flugzeugmustern der neuesten Generation weiter verstärkt haben.
Auftragsbestand und Produktionsausweitung an den globalen Standorten
Zum Stichtag Ende September 2026 verzeichnete Airbus einen Auftragsbestand von mehr als 9.300 Passagier- und Frachtflugzeugen. Unter Berücksichtigung der aktuellen Jahresproduktionsraten entspricht dieses Auftragsvolumen einer rechnerischen Auslastung der Werke für mehr als zehn Jahre. Um diesen Auftragsberg abzuarbeiten, baut der Konzern seine Produktionskapazitäten an den Standorten Toulouse, Hamburg, Mobile (USA) und Tianjin (China) kontinuierlich aus.
Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management unverändert an der Finanzprognose fest, ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) von rund 7,5 Milliarden Euro zu erzielen. Faury betonte, dass der Fokus der Belegschaft in den verbleibenden Wochen des Jahres auf der fristgerechten Übergabe der Maschinen an die Kunden liegt, wobei die Einhaltung der Qualitäts- und Sicherheitsstandards die uneingeschränkte Priorität behalte.