S7 zum Flughafen Wien (Foto: Jan Gruber).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Wien: Verkehrsverbund lässt Flughafen-Schnellbahn anpassen

Werbung

Der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) und die ÖBB-Personenverkehr AG haben am 28. Oktober 2026 die wesentlichen Anpassungen für den anstehenden europaweiten Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 für den Raum Wien, Niederösterreich und das Burgenland vorgestellt.

Im Mittelpunkt des neuen Fahrplans 2027 stehen die Taktverdichtung auf hochfrequentierten Pendlerstrecken, der Lückenschluss im grenzüberschreitenden Schienenverkehr nach der Slowakei und der Tschechischen Republik sowie der verstärkte Einsatz moderner, barrierefreier Doppelstock- und Niederflurfahrzeuge. Parallel dazu erfordern umfangreiche Bauprojekte der ÖBB-Infrastruktur – allen voran die Modernisierung der S-Bahn-Stammstrecke sowie die Arbeiten an der Wiener Verbindungsbahn – temporäre Streckensperrungen, Kurzführungen und Schienenersatzverkehre im Wiener Stadtgebiet. Die Verantwortlichen betonen, dass die kapazitätsbedingten Einschränkungen die notwendige Grundlage bilden, um das Schienennetz für das steigende Passagieraufkommen im Pendler- und Regionalverkehr zukunftssicher aufzustellen.

Taktverdichtungen im Flughafenverkehr und Ausbau der grenzüberschreitenden Linien

Eine zentrale Neuerung betrifft die Anbindung des Flughafens Wien-Schwechat und der angrenzenden östlichen Regionen. Die Regionalexpress-Linie REX7 wird ab dem 13. Dezember 2026 täglich und ganztägig im Halbstundentakt bis Fischamend geführt. Bislang bestand die halbstündliche Taktung primär auf dem Abschnitt zwischen dem Wiener Stadtgebiet und dem Flughafen. In den Hauptverkehrszeiten verkehren die Züge weiterhin im 30-Minuten-Takt bis Wolfsthal, außerhalb der Spitzenzeiten stündlich. Durch die Durchbindung der REX7-Züge über den Wiener Hauptbahnhof und den Bahnhof Wien Meidling auf die Südstrecke entstehen umstiegsfreie Verbindungen aus dem südlichen Wiener Umland an das Flughafenterminal. In den Wochenendnächten übernimmt der REX7 zudem die Aufgaben der Nacht-S-Bahn anstelle der Linie S7.

Auch im internationalen Regionalverkehr werden Taktlücken geschlossen. Auf der Linie REX8 zwischen Wien Hauptbahnhof und der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Bratislava hlavná stanica) entsteht durch ein zusätzliches Zugpaar über Marchegg ein durchgehender Stundentakt in den Betriebszeiten von 05:00 Uhr bis 24:00 Uhr. Zu den neuen Umläufen zählt eine Abendverbindung ab Wien Hauptbahnhof um 21:14 Uhr mit Ankunft in Bratislava um 22:10 Uhr sowie eine Gegenleistung ab Bratislava um 21:50 Uhr. Auf der Nordbahn werden die REX1-Verstärkerzüge durchgehend bis in die tschechische Grenzstadt Břeclav verlängert, woraus am Nachmittag ein nahezuer Halbstundentakt resultiert. Auf der Nordwestbahn wird auf der Linie REX3 eine neue Spätverbindung von Wien über Retz bis ins tschechische Znojmo eingerichtet.

Anpassungen im Wiener S-Bahn-Netz und Ausweichkonzepte während der Stammstreckensperrung

Das Fahrplanjahr 2027 ist im Wiener Stadtgebiet stark durch die Fortschritte beim Großprojekt „S-Bahn-Upgrade“ geprägt. Die umfassende Modernisierung und digitale Signalaufrüstung der Wiener S-Bahn-Stammstrecke zwischen Wien Meidling und Wien Floridsdorf erfordert kontinuierliche Anpassungen der Linienführung. Aufgrund der Bauarbeiten verkehrt die Linie S7 im Netzabschnitt nur verkürzt zwischen Wien St. Marx und dem Flughafen Wien. Die Kompensation im Hauptbahnhof-Transitmuster wird im wesentlichen Umfang durch die umgeleiteten REX7-Züge übernommen. Die Wiederaufnahme des durchgehenden Vollbetriebs auf der Stammstrecke ist nach aktuellem Bauzeitenplan für Ende 2027 terminiert.

Erhebliche betriebliche Änderungen ergeben sich zudem auf der Schienenachse der S80 infolge der Bauarbeiten an der Wiener Verbindungsbahn. Die Ost-West-Tangente endet beziehungsweise beginnt baustellenbedingt im Bahnhof Wien Meidling und wird von dort über die Südstrecke weitergeleitet. Auf dem unterbrochenen Streckenabschnitt zwischen Wien Meidling, Wien Speising und Wien Hütteldorf richten die ÖBB einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein, der bereits die Trassenführung der künftigen S-Bahn-Station Hietzinger Hauptstraße abdeckt. Ergänzend stellen die Wiener Linien im städtischen Nahverkehrsnetz Zusatzkapazitäten bereit, um die Ausfälle auf den S-Bahn-Korridoren abzufangen.

Erneuerung des Fuhrparks und Ausweitung der Barrierefreiheit

Parallel zu den infrastrukturellen Maßnahmen setzen die ÖBB und der VOR die Erneuerung des Fahrzeugparks fort. Auf der Expresslinie CJX9 (Wien – Baden – Wiener Neustadt – Payerbach-Reichenau) sowie auf ausgewählten REX-Linien kommen verstärkt die neuen Cityjet-Doppelstockzüge zum Einsatz. Im Westen des Wiener Umlandnetzes sind die Linien S50 und REX51 zwischen Wien Westbahnhof, Eichgraben-Altlengbach und St. Pölten Hauptbahnhof bereits vollständig auf barrierefreie Niederflurfahrzeuge umgestellt.

Auch auf der Franz-Josefs-Bahn wird die Fahrzeugqualität vereinheitlicht: Die Linien S40, REX4 und REX41 stehen den Fahrgästen künftig durchgehend mit modernen Niederflur-Garnituren zur Verfügung. Ergänzend wurden auf der Weststrecke beim Cityjet Express CJX5 neue Wochenendhalte in Neulengbach Stadt integriert, und auf der Südstrecke schafft ein neuer Frühmorgen-REX1 ab Wien Hauptbahnhof um 03:59 Uhr zusätzliche Umstiegsmöglichkeiten im Knoten Wiener Neustadt vor 05:00 Uhr.

Werbung

1 Comment

  • Martin Horacek , 30. Oktober 2026 @ 08:13

    Ich finde es ist sehr Schade, dass die REX1 endet in Břeclav (24 t Einwohner) und nicht wieter nordlich in 29 min. entfernte Brünn, die deutlich mehr Einwohner hat (404 t). Klar, man muss dafür eine Lok die 25kV Wechselstrom kann haben, aber machtbar wäre es wenn die Wille da wäre… Denn 2 Stündigen Railjet Takt Graz-Wien-Brno-Prag ist zu wenig für Verbindung solche Agglomerationen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung