Heckflosse eines Airbus A380 (Foto: ANA).
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ANA Group verbucht Rekordumsätze und hebt Jahresprognose trotz hoher Kerosinkosten an

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Die japanische Luftfahrtholding ANA Holdings, Muttergesellschaft der größten Fluggesellschaft Japans (All Nippon Airways), hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres für den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. September 2026 einen Rekordumsatz erzielt.

Die Konzernerlöse stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,5 Prozent auf umgerechnet rund 7,95 Milliarden Euro. Das Wachstum wurde im Wesentlichen durch eine hohe Nachfrage im internationalen Passagierverkehr sowie eine deutliche Zunahme im Frachtsegment getragen, die durch die vollständige Konsolidierung der Tochtergesellschaft Nippon Cargo Airlines begünstigt wurde. Trotz des Erlösanstiegs belasten steigende Treibstoffkosten das operative Betriebsergebnis, das sich auf umgerechnet knapp 500 Millionen Euro belief. Aufgrund der kontinuierlichen Nachfrageentwicklung im Asien-Pazifik-Raum sowie auf den Transpazifikrouten hebt der Konzern seine Umsatzprognose für das bis zum 31. März 2027 laufende Gesamtgeschäftsjahr auf umgerechnet etwa 16,3 Milliarden Euro an, während die Gewinnprognose unter Berücksichtigung von Effekten aus Wertpapierverkäufen auf rund 563 Millionen Euro angepasst wurde.

Kostenstruktur und Ergebnisentwicklung im Luftverkehrssegment

Das primäre Standbein der ANA Group bildete im Berichtszeitraum das Luftverkehrsgeschäft, welches einen Erlös von umgerechnet rund 7,33 Milliarden Euro verzeichnete, was einem Plus von 19,2 Prozent entspricht. Auf der Aufwandseite schlug sich die Entwicklung der internationalen Energiemärkte nieder. Die Betriebsaufwendungen des Konzerns stiegen um 19,9 Prozent auf umgerechnet knapp 7,45 Milliarden Euro. Dieser Anstieg ist zu großen Teilen auf gestiegene Kerosinpreise im Zuge der geopolitischen Lage im Nahen Osten zurückzuführen.

Das Betriebsergebnis lag mit umgerechnet etwa 500 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von rund 555 Millionen Euro. Der Periodenüberschuss belief sich auf umgerechnet etwa 380 Millionen Euro nach knapp 432 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, in welchem außerordentliche Erträge das Gesamtergebnis positiv beeinflusst hatten. Finanzvorstand Kimihiro Nakahori wies darauf hin, dass die Gruppe durch Preisanpassungsmaßnahmen und Kostenkontrolle den operativen Margendruck teilweise ausgleichen konnte. Die Unternehmensführung hält am Ziel eines operativen Betriebsergebnisses von umgerechnet rund 853 Millionen Euro für das Gesamtjahr fest.

Entwicklung des internationalen und inländischen Passagierverkehrs

Im internationalen Linienflugverkehr der Kernmarke ANA verzeichnete das Unternehmen Erlössteigerungen im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsätze in diesem Segment stiegen um 21,2 Prozent auf umgerechnet etwa 2,80 Milliarden Euro. Die Fluggesellschaft beförderte im ersten Geschäftshalbjahr rund 4,67 Millionen Passagiere, was einem Zuwachs von 8,7 Prozent entspricht. Die durchschnittliche Sitzplatzauslastung auf den internationalen Routen erhöhte sich um 3,0 Prozentpunkte auf 83,3 Prozent. Zur Abdeckung von Nachfragespitzen verdichtete ANA das Angebot auf den Strecken zwischen Tokio-Narita und Bangkok, Vancouver sowie Singapur. Zudem führte das Unternehmen im Juli 2026 ein überarbeitetes System zur Vorausbestellung von zollfreien Waren an Bord ein.

Im japanischen Inlandsverkehr verharrten die Passagierzahlen mit rund 22,6 Millionen Fluggästen auf dem Niveau des Vorjahres. Der Segmentumsatz stieg leicht um 1,0 Prozent auf umgerechnet etwa 2,11 Milliarden Euro, während die Auslastung der Maschinen auf Inlandsrouten um 1,2 Prozentpunkte auf 78,4 Prozent zulegte. Positiv auf die Einnahmen wirkten sich Anpassungen der Tarifstruktur im Mai 2026 sowie gezielte Verkaufsaktionen aus. Im Juli 2026 nahm die Fluggesellschaft im Rahmen eines Kooperationsprojekts zum dreißigjährigen Bestehen der Marke Pokémon ein Flugzeug mit einer Sonderbemalung in Betrieb. Ferner vereinbarte ANA eine Kooperation mit der Regionalfluggesellschaft IBEX Airlines über die Bestellung von acht Passagierflugzeugen des Typs Embraer E190-E2. Diese Maschinen sollen ab dem Geschäftsjahr 2029 im Rahmen eines Wetlease-Vertrags (ACMI) für das Streckennetz bereitgestellt werden.

Volumen und Konsolidierungseffekte im Fracht- und Low-Cost-Geschäft

Im Frachtsektor verzeichnete die Gruppe eine hohe Nachfrage nach Transportkapazitäten für Hochtechnologiegüter und Halbleiterkomponenten. Die internationalen Frachterlöse der Gesamtgruppe stiegen im ersten Geschäftshalbjahr um 79 Prozent. Die reine Frachtsparte von ANA erzielte auf den internationalen Routen einen Umsatz von umgerechnet etwa 664 Millionen Euro bei einem Transportvolumen von 360.000 Tonnen. Zur Auslastungsoptimierung wurden die Frachtfrequenzen auf den Strecken von Tokio-Narita nach Frankfurt am Main, Chicago sowie zu chinesischen Zielhäfen erhöht.

Einen wesentlichen Beitrag zur Erlösausweitung lieferte die Frachtfluggesellschaft Nippon Cargo Airlines (NCA), deren Geschäftszahlen im Berichtszeitraum erstmals für ein volles Halbjahr im Konzernabschluss konsolidiert wurden. NCA trug umgerechnet etwa 573 Millionen Euro zum Gesamtumsatz bei und beförderte 227.000 Tonnen Fracht. Für den 1. April 2027 bereitet der Konzern die Zusammenführung der Einheiten ANA Cargo, NCA und NCA Japan unter dem gemeinsamen Unternehmensdach ANA Nippon Cargo vor.

Die Low-Cost-Tochtergesellschaft Peach Aviation verzeichnete eine stabile Nachfrage im regionalen Freizeit- und Incoming-Reiseverkehr. Die Tochtergesellschaft steigerte ihren Umsatz um 24,6 Prozent auf umgerechnet etwa 465 Millionen Euro und beförderte rund 5,06 Millionen Passagiere bei einer durchschnittlichen Sitzplatzauslastung von 84,7 Prozent. Im September 2026 nahm Peach eine neue Flugverbindung zwischen Tokio-Narita und dem Flughafen Seoul-Incheon in Südkorea auf.

Prognoseanpassung für das Gesamtgeschäftsjahr 2026/2027

Für das am 31. März 2027 endende Geschäftsjahr hat die ANA Group ihre konsolidierte Finanzprognose angepasst. Der Konzern rechnet nunmehr mit einem Jahresumsatz von umgerechnet etwa 16,3 Milliarden Euro, was einer Anhebung um rund 569 Millionen Euro gegenüber der vorherigen Schätzung entspricht. Die Prognose für den konsolidierten Nettogewinn wird auf umgerechnet etwa 563 Millionen Euro angehoben, gestützt durch Erlöse aus dem Verkauf von Wertpapierbeständen.

An der Ausschüttung einer Jahresdividende von 60 Yen je Aktie (umgerechnet etwa 0,34 Euro), aufgeteilt in eine Zwischen- und eine Schlussdividende von jeweils 30 Yen, hält das Management fest. Den Finanzplanungen der Gruppe liegen kalkulatorische Annahmen von 160 Yen pro US-Dollar, ein Rohölpreis von 90 US-Dollar je Barrel der Sorte Dubai sowie ein Kerosinpreis von 150 US-Dollar je Barrel am Handelsplatz Singapur zugrunde.

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