Bundesheer-Soldaten (Foto: Bundesheer/Mario Berger).
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Österreichisches Bundesheer veranstaltet Lehrlingssporttage am Truppenübungsplatz Seetaler Alpe

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Das Österreichische Bundesheer hat vom 28. Oktober 2026 bis zum 30. Oktober 2026 die jährlichen Lehrlingssporttage in der Steiermark durchgeführt.

Auf dem hochgelegenen Gelände des Truppenübungsplatzes Seetaler Alpe kamen mehr als 180 Auszubildende sowie knapp 40 Lehrlingsbeauftragte aus allen Bundesländern zusammen, um veranstaltungsbasierte Sportwettbewerbe und Übungen zur Teamentwicklung zu absolvieren. Die vom Heerespersonalamt in Kooperation mit der Führung des Truppenübungsplatzes organisierte Veranstaltung dient dem fachübergreifenden Austausch sowie der Festigung der betrieblichen Zusammenarbeit über die einzelnen Dienststellen hinweg. Am 29. Oktober 2026 besuchte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner die Ausbildungsstätte, um sich vor Ort über den Leistungsstand des zivilen und technischen Nachwuchses zu informieren. Neben den sportlichen Disziplinen umfasste das dreitägige Rahmenprogramm Fachtagungen und Führungen auf dem nahegelegenen Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg, bei denen den Jugendlichen Einblicke in die luftfahrttechnischen Instandhaltungsabläufe des Bundesheeres gewährt wurden.

Infrastruktur und Organisation der Lehrlingssporttage in der Steiermark

Der Truppenübungsplatz Seetaler Alpe im Bezirk Murtal diente als zentraler Austragungsort für das dreitägige Treffen der Nachwuchskräfte. Das Areal, das primär für die gebirgsorientierte Gefechtsausbildung und Schießübungen der Truppe genutzt wird, stellt aufgrund seiner topografischen Gegebenheiten besondere Anforderungen an die Physis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das Heerespersonalamt konzipierte das Sportprogramm so, dass der Schwerpunkt auf Mannschaftsdisziplinen und koordinativen Gruppenaufgaben lag. Ziel dieser Methodik ist es, den Zusammenhalt zwischen den Auszubildenden aus unterschiedlichen Fachbereichen zu stärken.

Ein wesentliches Element des Programms bildete der Besuch des Militärflugplatzes Hinterstoisser in Zeltweg. Dort erhielten die Lehrlinge einen Einblick in die Praxis der Luftfahrzeugtechnik und der Bodenabfertigung. Die Werftanlagen in Zeltweg sind für die Wartung der Abfangjäger vom Typ Eurofighter Typhoon sowie der Schulungs- und Transportflugzeuge des Bundesheeres zuständig. Für die Auszubildenden aus den Verwaltungs-, Logistik- und Handwerkssparten bot die Exkursion eine Möglichkeit, die Schnittstellen zwischen den zivilen Instandsetzungsbereichen und den militärischen Einsatzkomponenten der Luftstreitkräfte nachzuvollziehen.

Struktur der Lehrlingsausbildung und Berufsfelder beim Bundesheer

Das Bundesheer gehört mit derzeit 283 Lehrlingen in 32 staatlich anerkannten Lehrberufen zu den größeren Ausbildungsbetrieben des öffentlichen Dienstes in Österreich. Das Spektrum der angebotenen Ausbildungswege deckt technische, handwerkliche, kaufmännische und logistische Berufsfelder ab. Die Schwerpunkte liegen im Bereich der Metall- und Kraftfahrzeugtechnik, der Elektronik und Systemtechnik, der Luftfahrzeugtechnik sowie der Betriebslogistik und der allgemeinen Rechnungs- und Verwaltungsführung.

Die Ausbildung erfolgt dual in den verschiedenen Heereslogistikzentren, Heeresbekleidungsanstalten, Werkstätten, Militärkanzleien und Sanitätseinrichtungen des Bundesgebietes. Verteilt auf Standorte von Wien über die Steiermark bis nach Vorarlberg stellt die Struktur sicher, dass der zivile Fachkräftebedarf der Truppe im Bereich der Fahrzeuginstandhaltung, der Waffen- und Systemwartung sowie der IT-Infrastruktur aus eigenen Ausbildungsreihen gedeckt werden kann. Die Betreuung der Auszubildenden übernehmen knapp 40 Haupt- und Nebenamtliche Lehrlingsbeauftragte, welche die fachliche Qualifikation und die Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfungen verantworten.

Rolle der zivilen Fachkräfte für den Betrieb der Streitkräfte

Im Rahmen ihres Besuchs am 29. Oktober 2026 unterstrich Verteidigungsministerin Klaudia Tanner die Bedeutung der zivilen Lehrlinge für den laufenden Betrieb der Streitkräfte. Sie verwies darauf, dass die Einsatzbereitschaft der militärischen Einheiten in hohem Maße von der technischen Zuverlässigkeit des Materials abhängt, das in den heereseigenen Werkstätten von zivilen Fachkräften gewartet wird. Ob in der Instandsetzung von Rad- und Kettenfahrzeugen, der Pflege von Kommunikationsnetzen oder der administrativen Abwicklung des Beschaffungswesens: Die Auszubildenden bilden ein Fundament für die Nachbesetzung freiwerdernder Planstellen im Öffentlichen Dienst.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Wettbewerbs um qualifizierte Arbeitskräfte auf dem privaten Arbeitsmarkt setzt das Verteidigungsministerium verstärkt auf die Rekrutierung über das Heerespersonalamt. Über das Informationsportal der Heeresverwaltung können sich Kaufinteressenten und Jugendliche über das Bewerbungsprozedere, Eignungstests und die Standorte der Lehrwerkstätten informieren. Die Ausrichtung von Veranstaltungen wie den Lehrlingssporttagen dient in diesem Kontext auch der Steigerung der Arbeitgeberattraktivität des Bundesheeres im zivilen Ausbildungssektor.

Gesteuerte Personalrekrutierung und administrative Rahmenbedingungen

Die Aufnahme in ein Lehrverhältnis beim Bundesheer erfolgt über mehrstufige Auswahlverfahren des Heerespersonalamtes, die neben schriftlichen Kenntnistests auch praktische Arbeitsproben und medizinische Eignungsuntersuchungen umfassen. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung besteht für die Absolventinnen und Absolventen in der Regel die Möglichkeit, in ein dauerhaftes Beamtenschema oder ein Vertragsbedienstetenverhältnis der Republik Österreich übernommen zu werden.

Durch die Aufrechterhaltung von 32 unterschiedlichen Ausbildungszweigen deckt das Bundesheer spezialisierte Nischen ab, die am freien Markt selten in dieser Form ausgebildet werden. Dazu zählt etwa die Spezialisierung auf militärische Luftfahrzeugmechanik oder die Wartung von Sonderkraftfahrzeugen. Das Heerespersonalamt bilanziert die regelmäßige Absolventenquote positiv und plant, das Kontingent an Ausbildungsplätzen an den Standorten der Ost- und Südregion im Hinblick auf künftige Materialbeschaffungen stabil zu halten oder bei Bedarf anzupassen.

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