Eine Untersuchung des österreichischen Verbraucherportals Sparhamster.at zeigt erhebliche Preisabweichungen beim Online-Kauf von rezeptfreien Arzneimitteln.
Für die Stichprobe wurde am 29. Oktober 2026 ein Warenkorb aus 14 gängigen Präparaten zur Behandlung von Erkältungskrankheiten bei fünf führenden Versandapotheken analysiert. Dabei stellten die Tester fest, dass der Endpreis desselben Warenkorbs bei einzelnen Anbietern um bis zu 27 Prozent variierte, je nachdem, über welchen Zugangsweg Kunden den jeweiligen Online-Shop aufriefen. Bei Einzelprodukten betrugen die Preisaufschläge für den direkten Webseitenaufruf im Vergleich zum Einstieg über Preissuchmaschinen bis zu 66 Prozent.
Die angewandte Methode verdeutlicht den Einsatz von dynamischen Preisgestaltungsmechanismen im elektronischen Arzneimittelhandel. Bei zwei der fünf getesteten Shops verringerten sich die Produktpreise automatisch, wenn der Zugriff über den Link einer Vergleichsplattform erfolgte, während beim direkten Aufruf ohne entsprechende Referrer-Daten oder gespeicherte Datenpunkte höhere Beträge aufgerufen wurden. Christoph Prinzinger, Gründer von Sparhamster.at, verweist darauf, dass die Preisgestaltung der Anbieter kontinuierlich schwankt und bereits zwischen zwei Messzeitpunkten im Oktober deutliche Anpassungen festgestellt wurden.
Der Markt für rezeptfreie Arzneimittel unterliegt in vielen europäischen Ländern im Gegensatz zu rezeptpflichtigen Medikamenten keiner gesetzlichen Preisbindung, wodurch Händler ihre Abgabepreise frei kalkulieren können. Die Praxis des sogenannten Kanal- beziehungsweise Referrer-Pricings ist im Online-Handel weit verbreitet, um über Suchmaschinen preisbewusste Kundengruppen anzusprechen, während Direktbesucher höhere Margen erbringen sollen. Für Verbraucher erschwert diese Form der differenzierten Preissetzung die Marktübersicht, da identische Artikel auf derselben Plattform je nach Klickpfad unterschiedliche Kosten verursachen.