Der internationale Flughafen Neapel-Capodichino stellt den gesamten kommerziellen Flugbetrieb für den Monat November ein. Wie die Betreibergesellschaft Gesac mitteilte, sind umfassende Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an der einzigen Start- und Landebahn sowie an den angrenzenden Rollwegen der Grund für die temporäre Schließung.
Die Arbeiten umfassen die Erneuerung der Erdoberflächenschichten sowie Anpassungen der Sicherheitsinfrastruktur des Flugfeldes. Die Terminierung wurde bewusst auf den späten Herbst gelegt, da der November statistisch das geringste Passagieraufkommen des Kalenderjahres an dem süditalienischen Drehkreuz aufweist.
Ein Teil der regulären Flugverbindungen wird während der Schließphase über den neu ausgebauten Flughafen Salerno-Costa d’Amalfi abgewickelt, der etwa 70 Kilometer südöstlich von Neapel liegt. Gesellschaften wie Eurowings verlegen ausgewählte Routen – darunter Verbindungen von den Flughäfen Düsseldorf und Stuttgart – an den Ausweichstandort. Um den Transport der Passagiere zwischen den beiden Regionen zu gewährleisten, richten die zuständigen Verkehrsbetriebe erweiterte Busverbindungen sowie einen zeitlich befristeten Sammeltaxiservice zwischen dem Stadtzentrum von Neapel und dem Flughafen Salerno ein.
Andere Fluggesellschaften haben aufgrund des monatelangen Vorlaufs auf eine Verlegung verzichtet und ihr Angebot im November gestrichen oder umgeleitet. Die Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe setzten ihre Flüge nach Neapel für diesen Zeitraum aus und wichen bei Kapazitätsumbuchungen auf den rund 200 Kilometer entfernten Flughafen Rom-Fiumicino aus. Die Sperrung trifft die Region Kampanien in einer Phase, in der der regionale Flugverkehr nach der Eröffnung des Standorts Salerno neu organisiert wird, bringt jedoch kurzfristige Kapazitätsbeschränkungen im süditalienischen Luftverkehrsraum mit sich.
Die temporäre Schließung stellt den ersten vollständigen Stillstand des Flugbetriebs in Capodichino seit Jahrzehnten dar. Obwohl der Ausweichflughafen Salerno im Sommer 2024 den kommerziellen Betrieb aufgenommen hat, ist die dortige Abfertigungsinfrastruktur noch nicht für das vollständige Aufkommen des Hauptflughafens ausgelegt, was zu veränderten Reisezeiten und logistischen Zusatzbelastungen für Fluggesellschaften und Passagiere führt.