Am Flughafen Zürich ist es am Morgen des 19. März 2026 zu einem Vorfall im Bodenabfertigungsbereich gekommen, bei dem ein Airbus A350 vorzeitig in Bewegung gesetzt wurde.
Wie aus einem Präventionsbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) hervorgeht, setzte die Cockpitbesatzung das Langstreckenflugzeug in Rollbewegung, obwohl sich der Flugzeugschlepper noch unmittelbar vor dem Bugfahrwerk befand. Der Schlepper war aus der Position des Cockpits für die Piloten nicht direkt einsehbar. Eine Kollision zwischen dem Flugzeug und dem Bodenfahrzeug konnte durch das schnelle Eingreifen des Bodenpersonals sowie der Flugverkehrskontrolle verhindert werden.
Laut den Feststellungen der Untersuchung hatte der zuständige Vorfeldlotse der Besatzung die Freigabe zum Rollen erteilt, bevor der Entkoppelungsvorgang des Abfertigungsfahrzeugs vollständig abgeschlossen war. Der Fahrer des Flugzeugschleppers stand zum Zeitpunkt des Vorfalls über das Intercom-System in direkter Sprechverbindung mit der Besatzung im Cockpit und wies die Piloten umgehend auf die Gefahrensituation hin. Zeitgleich bemerkte auch der Vorfeldlotse das verfrühte Anrollen des Airbus A350 und griff über den Ultrakurzwellen-Sprechfunk korrigierend ein. Durch das sofortige Abstoppen des Luftfahrzeugs entstanden weder Personenschäden noch Sachschäden am Flugzeug oder an der Bodengerätschaft.
Der Zwischenfall wirft Fragen hinsichtlich der Standardbetriebsverfahren (SOP) bei der Schnittstelle zwischen Bodenabfertigung, Flugsicherung und Cockpitbesatzung an großen Drehkreuzen auf. Das Erteilen einer Rollfreigabe durch die Bodenverkehrssteuerung setzt voraus, dass der Pushback-Vorgang beendet, die Schleppstange beziehungsweise das fahrerlose Schleppfahrzeug gelöst und das Bodenpersonal das Signal zum freien Rollen gegeben hat. Die SUST nutzt die Veröffentlichung im Bulletin, um Fluggesellschaften und Flughafengesellschaften auf Risiken durch unvollständige Kommunikationsketten und Missverständnisse bei Freigabeprozeduren hinzuweisen.
Die Sicherheitsuntersuchung ordnet das Ereignis als schwere Störung im Bodenverkehr ein. Obwohl das mehrstufige Sicherungssystem durch die Wachsamkeit des Bodenpersonals griff, verdeutlicht der Ablauf das Gefahrenpotenzial, das von vorzeitigen Rollmanövern in stark frequentierten Vorfeldzonen ausgeht. Flughafenbetreiber und Fluggesellschaften stehen vor der Aufgabe, Abstimmungsprozesse zwischen Bodencrew und Cockpit durch klare Protokolle weiter zu standardisieren.