Boeing 737 Max 8 (Foto: Akasa).
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Akasa Air: Boeing 737 Max 8 erleidet Tailstrike bei Durchstartemanöver in Kalkutta

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Ein Passagierflugzeug des Typs Boeing 737 Max 8 der indischen Fluggesellschaft Akasa Air hat am 31. Oktober 2026 bei einem abgebrochenen Landeanflug auf den Netaji Subhas Chandra Bose International Airport in Kalkutta einen Heckkontakt mit der Start- und Landebahn erlitten.

Die Maschine befand sich auf dem Inlandsflug QP1925 von Ahmedabad nach Kalkutta, als die Besatzung während des Anflugs auf die Landebahn 19L ein Durchstartmanöver einleitete. Bei diesem Aufrichten des Flugzeugs berührte das Heck die Asphaltoberfläche der Piste. Den Piloten gelang es anschließend, das Flugzeug wieder auf eine Höhe von rund 3.000 Fuß steigen zu lassen, in die Platzrunde einzuschwenken und etwa 20 Minuten nach dem Zwischenfall sicher auf dem Flughafen zu landen. Weder Insassen noch Besatzungsmitglieder erlitten Verletzungen. Das Flugzeug wurde nach dem Aufsetzen am Boden isoliert und für eine detaillierte technische Überprüfung vorübergehend außer Dienst gestellt.

Herleitung des Flugverlaufs und Entdeckung des Schadens

Der Vorfall verzeichnete sich am Morgen des 31. Oktober 2026 um etwa 07:37 Uhr Ortszeit (02:07 Uhr UTC). Die Besatzung des Fluges QP1925 entschied sich im Endanflug auf die Landebahn 19L aus bislang nicht vollständig geklärten Gründen für den Abbruch des Landeanflugs. Beim Hochziehen der Nase zur Einleitung des Steigflugs kam es zur physischen Berührung des hinteren Rumpfunterteils mit der Pistenoberfläche.

Nach dem erfolgreichen zweiten Anflug und dem regulären Rollen zur Parkposition ergab die Routineinspektion nach dem Flug (Post-Flight Inspection) deutliche Spuren des Bodenkontakts im Heckbereich. Akasa Air bestätigte den Ablauf des Fluges und teilte mit, dass die zuständige indische Zivilluftfahrtbehörde DGCA (Directorate General of Civil Aviation) sowie die Unfalluntersuchungsstelle umgehend über den Vorfall in Kenntnis gesetzt wurden. Eine umfassende Untersuchung zur Ermittlung der genauen Ursachen, wie etwa Anstellwinkel, Windverhältnisse oder Triebwerksreaktion während des Durchstartens, wurde eingeleitet.

Technische Daten und Historie des betroffenen Fluggeräts

Bei dem betroffenen Flugzeug handelt es sich um eine Boeing 737 Max 8 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen VT-YAG. Die Maschine trägt die Seriennummer (MSN) 43924 sowie die Fertigungsnummer 7665. Das Flugzeug absolvierte seinen Erstflug am 5. August 2019 und wurde im November 2022 an die indische Akasa Air ausgeliefert. Zum Zeitpunkt des Vorfalls am 31. Oktober 2026 wies das Flugzeug somit ein Alter von etwas mehr als sieben Jahren auf.

Die Maschine wird von zwei CFM International LEAP-1B-Triebwerken angetrieben. Ursprünglich war das Flugzeug für die südkoreanische Fluggesellschaft Eastar Jet vorgesehen, wurde jedoch im Zuge der damaligen weltweiten Flottenanpassungen und Zertifizierungsverzögerungen der 737-Max-Reihe von der Fluggesellschaft nicht übernommen, bevor es später an Akasa Air übertragen wurde.

Hintergründe zu Tailstrikes bei Verkehrsflugzeugen und operative Folgen

Ein Heckkontakt (Tailstrike) während eines Durchstartmanövers oder beim Abheben stellt ein bekanntes operatives Risiko in der Zivilluftfahrt dar. Solche Ereignisse treten auf, wenn der Anstellwinkel des Flugzeugs beim Hochziehen zu steil gewählt wird oder dynamische Windeinflüsse sowie plötzlicher Schubwechsel die Lage des Rumpfes verändern. Bei der Boeing 737 Max 8 führt die Rumpflänge in Kombination mit dem Fahrwerksdesign dazu, dass Piloten präzise Toleranzgrenzen beim Rotieren einhalten müssen, um eine Berührung des Hecks mit der Startbahn zu vermeiden.

Die wirtschaftlichen und operativen Konsequenzen für die Fluggesellschaft hängen vom Ausmaß der strukturellen Beschädigung ab. Bei leichten Berührungen müssen Verkleidungen und Druckschotten überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Schwerere Beschädigungen der Rumpfstruktur erfordern aufwendige Reparaturen durch Spezialteams des Herstellers vor Ort, was zu wochenlangen Ausfallzeiten des Fluggeräts führen kann. Akasa Air machte bislang keine Angaben zum genauen Ausmaß des Schadens an der VT-YAG oder zu einem Zeitplan für die Rückkehr der Maschine in den Liniendienst.

Einfluss auf die Flotte und das Wachstum der indischen Airline

Der Ausfall der Maschine trifft Akasa Air in einer Phase des kontinuierlichen Flotten- und Streckennetzausbaus. Die indische Fluggesellschaft, die ihren Flugbetrieb im August 2022 aufnahm, setzt ausschließlich auf Flugzeuge der Boeing 737 Max-Familie. Neben der Standardvariante 737-8 betreibt die Airline auch die kapazitätsoptimierte Version 737-8-200. Um das geplante Wachstum im indischen Binnenmarkt sowie auf ersten internationalen Routen abzudecken, nutzt das Unternehmen Sale-and-Leaseback-Vereinbarungen mit internationalen Leasinggesellschaften wie Avolon.

Die Sicherheitsbehörde DGCA prüft im Rahmen der laufenden Ermittlungen auch die Auswertung der Flugdatenaufzeichnungsgeräte (Flight Data Recorder) und der Sprachaufzeichnungsgeräte im Cockpit (Cockpit Voice Recorder). Das Ergebnis soll Aufschluss darüber geben, ob menschliche Steuerfehler, Umweltfaktoren oder technische Diskrepanzen zum Bodenkontakt geführt haben.

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