Die Flughafen Hamburg GmbH hat zwei EU-weite Vergabeverfahren zur Neuverpachtung von Einzelhandels- und Gastronomieflächen auf der Plattform TED eingeleitet.
Die Ausschreibung umfasst insgesamt sechs Ladenlokale für den Einzelhandel sowie fünf Einheiten für den Gastronomiebetrieb. Die betroffenen Standorte verteilen sich auf die öffentlich zugänglichen Zonen der Ankunftsebene sowie auf den sicherheitsüberprüften Passagierbereich im Terminal und Pier. Die schrittweise Übergabe der Flächen an die künftigen Betreiber ist ab dem Jahr 2028 vorgesehen.
Die sechs Einzelhandelsflächen werden von der Flughafengesellschaft als Gesamtpaket ausgeschrieben, um eine einheitliche Sortimentsstruktur und Versorgung im Terminalbereich zu gewährleisten. Je drei Einheiten befinden sich im öffentlichen Ankunftsbereich und im Sicherheitsbereich. Das vorgeschriebene Kernsortiment deckt Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Reisebedarf, Tabakwaren und Süßwaren ab. Je nach Quadratmeterzahl und Standort sollen die Konzessionsnehmer das Angebot um flughafenspezifische Exklusivartikel, Drogerie- und Elektronikwaren sowie Geschenkartikel und Spielwaren ergänzen.
Im Gastronomiebereich liegt der Schwerpunkt der Ausschreibung auf Systemgastronomie und mobilen Verpflegungskonzepten für Passagiere und Flughafenpersonal. Geplant ist eine zentrale Gastronomieeinheit auf der Ankunftsebene, die neben der Speisenversorgung auch logistische Versorgungsfunktionen innerhalb der Terminalinfrastruktur übernehmen wird. Im Pier- und Abflugbereich reichen die Ausschreibungsvorgaben von SB-Bäckereien und Kaffeespezialitäten-Ständen bis hin zu Gastronomiekonzepten für verzehrfertige Mahlzeiten. Der Flughafen beginnt ab 2028 mit dem Rückbau der Altflächen, um die Einheiten sukzessive an den neuen Betreiber zu übergeben.
Die Neuvergabe der Terminalflächen erfolgt in einer Phase, in der Flughafenbetreiber verstärkt versuchen, ihre Nicht-Luftfahrt-Erlöse (Non-Aviation Revenues) zur Stabilisierung des Gesamtergebnisses zu maximieren. Branchenbeobachter verweisen jedoch darauf, dass die Zusammenfassung von Ladenflächen zu Paketangeboten und die langen Vertragslaufzeiten ab 2028 hohe Investitionssummen erfordern, was den Bewerberkreis primär auf große internationale Großhandels- und Filialkonzerne beschränkt und kleineren, regionalen Anbietern den Marktzugang erschwert.