Eine neue Online-Plattform dokumentiert die Unternehmensgeschichte der ehemaligen österreichischen Regionalfluggesellschaft Intersky.
Das Archivprojekt zeichnet den Werdegang des Luftfahrtunternehmens von den ersten Flugbetrieben bis zur Insolvenz im Jahr 2015 nach. Verantwortlich für die Zusammenstellung der historischen Daten ist der langjährige Luftfahrtmanager Roger Hohl, der von 2003 bis zur Einstellung des Flugbetriebs im November 2015 bei Intersky tätig war und das Unternehmen in der Endphase als Geschäftsführer leitete.
Die Fluggesellschaft wurde von der Vorarlberger Unternehmerfamilie Renoldner sowie dem Luftfahrtpionier Rolf Seewald gegründet und nahm im März 2002 ihren operativen Betrieb zunächst am Flughafen Bern-Belp auf. Ab dem Jahr 2003 erweiterte Intersky ihr Netz auf den Flughafen Friedrichshafen und verlegte ab 2005 ihren Hauptstandort vollständig an den Bodensee. Von Friedrichshafen aus bediente die Airline mit Turboprop-Maschinen der Typen Dash 8-Q300 und später ATR 72-600 vorrangig innerdeutsche Städteverbindungen nach Berlin, Hamburg und Düsseldorf sowie Flüge nach Wien und zu Urlaubsdestinationen im Mittelmeerraum.
Die Bereitstellung des historischen Archivs beleuchtet auch die Ursachen für das Scheitern des regionalen Anbieters. Der steigende Preisdruck durch europäische Low-Cost-Carrier, kostenintensive Umstrukturierungen bei der Erneuerung der Flotte sowie eine gescheiterte Übernahme durch den Investor Intro Aviation führten im Herbst 2015 zum finanziellen Kollaps. Da kurzfristig notwendige Liquiditätsspritzen ausblieben und Verhandlungen über eine Übernahme scheiterten, musste die Führung im November 2015 den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen und den Betrieb unverzüglich einstellen.
Das Beispiel Intersky steht stellvertretend für die anhaltenden strukturellen Herausforderungen von Regionalfluggesellschaften an Sekundärflughäfen im Bodenseeraum. Das Fehlen von Zubringerverträgen mit großen Airline-Allianzen, hohe Fixkosten pro verfügbarem Sitzkilometer bei kleineren Flugzeugtypen sowie schwankende Nachfragen im Geschäftsreiseverkehr erschweren das dauerhafte wirtschaftliche Überleben eigenständiger Regional-Nischenanbieter im europäischen Kurzstreckenverkehr.