Die Almwirtschaft Österreich hat ihr 75-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung im Großen Saal des Landhauses in Innsbruck gefeiert. An der Tagung nahmen Vertretungen aus Politik, Landwirtschaftskammern, Verwaltung sowie Partnerorganisationen aus Südtirol, Oberbayern, dem Allgäu und der Schweiz teil.
Die 1951 gegründete Dachorganisation bündelt aktuell 22 Mitgliedsorganisationen aus den sieben almrelevanten Bundesländern sowie den Österreichischen Einforstungsverband und vertritt damit die Interessen von rund 23.000 almauftreibenden Landwirtschaftsbetrieben auf etwa 8.000 Almen.
Neben dem historischen Rückblick standen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Berglandwirtschaft im Mittelpunkt der Beiträge. Der Dachverband verwies auf den anhaltenden Strukturwandel im Agrarsektor, steigende Betriebskosten sowie die Ausbreitung von Großraubwild als maßgebliche Belastungsfaktoren für die Almbewirtschaftung. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem eine Festschrift zur Vereinsgeschichte präsentiert, während der Psychotherapeut Reinhard Haller in einer Gastrede die psychologische Bedeutung der Almräume beleuchtete.
Vertreter der Landwirtschaftskammern und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft nutzten den Anlass, um finanzielle Forderungen mit Blick auf die Verhandlungen zur Europäischen Agrarpolitik ab 2028 zu formulieren. Angesichts sinkender Betriebszahlen forderten Vertretungen der Agrarpolitik eine stärkere finanzielle Abgeltung der Bewirtschaftungsleistungen über Markterlöse sowie durch zielgerichtete Ausgleichszahlungen. Die Aufrechterhaltung der Almwirtschaft gilt als wesentlicher Faktor für den regionalen Tourismus und die Pflege der Kulturlandschaft im Alpenraum.